Chemie-Aktien unter Druck: LANXESS, BASF und Evonik verlieren deutlich
Europas Chemie-Aktien geraten erneut unter Druck. Besonders LANXESS, BASF und Evonik verlieren – steigende Kosten und sinkende Preise belasten.
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Im europäischen Chemiesektor nimmt der schwache September am Dienstag weiter seinen Lauf. War der europäische Branchenindex zum Monatsbeginn wegen einer Sonderkonjunktur im Zuge des Nahost-Konflikts noch auf einem Hoch seit März 2025 angekommen, setzte er seine Talfahrt der vergangenen zwei Wochen nun mit einem Abschlag von 1,3 Prozent fort.
Unter den deutschen Werten erwischte es LANXESS besonders deutlich, auf XETRA geht es zeitweise 4,39 Prozent auf 13,39 Euro abwärts. Die Titel erreichten nahe der 13-Euro-Marke zeitweise ein Tief seit März. Außerdem fielen die Aktien von BASF um 1,62 Prozent auf 51,53 Euro, Brenntag um 2,03 Prozent auf 59,88 Euro und WACKER CHEMIE um 0,18 Prozent auf 85,20 Euro.
Der Evonik-Kurs sackte nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley um 2,45 Prozent auf 17,52 Euro ab.
Analysten werden vorsichtiger
Die Stimmen zum Sektor werden derzeit rauer: JPMorgan reduzierte das Kursziel für LANXESS wegen drohenden Gegenwinds von der Energiekostenseite. Für Evonik senkte Lisa De Neve von Morgan Stanley ihr Votum von "Overweight" auf "Equal-weight", was die Expertin vor allem mit der Perspektive im Tierfuttergeschäft begründete.
Marktanteilsgewinne seien bei dem Tierfutter-Vorprodukt Methionin ehemals Teil ihrer positiven Thesen für Evonik gewesen, doch zuletzt seien die Preise dafür im wichtigen Asien-Geschäft rapide gefallen - auch bedingt durch eine verhaltene Nachfrage. Sie fürchtet, dass dies auch Auswirkungen auf andere Regionen haben wird, und sieht deshalb Risiken für die Konsensschätzungen.
Hoffnungen auf Sonderkonjunktur schwinden
In den vergangenen Monaten hatten europäische Chemiewerte einen guten Lauf in der Annahme, dass Lieferengpässe im Zuge des Iran-Kriegs Vorteile für die Branche mit sich bringen. Wie das Ifo-Institut Ende August mitgeteilt hatte, schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage im vergangenen Monat erstmals seit vier Jahren wieder positiv ein. Ifo-Wissenschaftlerin Anna Wolf sprach von einer "Sonderkonjunktur" durch Ausfälle asiatischer Lieferungen.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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