Aktien New York: Fortschritte im Zollstreit bescheren S&P 500 ein Rekordhoch
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit hat den marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 in Handelsverlauf am Montag auf ein Rekordhoch gehievt. Das Börsenbarometer hatte bei knapp 2978 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Zuletzt ließ der Schwung wieder etwas nach und der S&P 500 stand noch 0,52 Prozent im Plus bei 2957,16 Punkten.
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) legte um 0,22 Prozent auf 26 657,28 Punkte zu. Er ist derzeit noch gut 1 Prozent von seinem Rekordhoch aus dem Oktober vergangenen Jahres entfernt. Der Auswahlindex NASDAQ 100 zog um 1,08 Prozent auf 7753,81 Punkte an. Die dort vertretenen Technologiewerte reagieren in der Regel sehr sensibel auf konjunkturelle Nachrichten.
Bei ihrem Treffen im Rahmen des G20-Gipfels am Wochenende hatten US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping einen "Waffenstillstand" im Handelskonflikt ihrer Länder vereinbart. Beide Seiten wollen nun die Verhandlungen wieder aufnehmen, um den Zollstreit zu beenden. Überraschend hob Trump vorerst auch den Bann gegen Chinas Telekomriesen Huawei auf. Außerdem sicherte der US-Präsident zu, die angedrohte Ausweitung der Strafzölle gegen China vorläufig auszusetzen, was eine Vorbedingung Pekings gewesen sein soll.
Dennoch skeptisch äußerte sich Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank: "Euphorie ist fehl am Platz. Der Weg ist noch weit, denn die zugrunde liegenden strategischen Spannungen zwischen den USA und China werden sich nicht plötzlich in Luft auflösen." Letztlich gehe es auch um die zukünftige Vormachtstellung zweier Supermächte. Es sollte bedacht werden, dass die Falken in der US-Administration weiterhin versuchen würden, die Handelsgespräche zu untergraben und den Druck auf Huawei möglichst hoch zu halten.
Auf Unternehmensseite nahmen die Anleger - wie schon zuvor an vielen anderen Weltbörsen - die Technologie- und Halbleiterwerte ins Visier. Vor allem die Sanktionen der USA gegen Huawei, der ein wichtiger Kunde etlicher Chip-Hersteller auch in den USA ist, hatten der Branche zuletzt das Leben schwer gemacht und die Börsenkurse erheblich belastet.
Unmittelbar positive Folgen der nun aufgehobenen Sanktionen gegen Huawei bescheinigte Analyst Chris Caso vom Investmenthaus Raymond James den US-Chipherstellern Micron Technology, Skyworks (Skyworks Solutions) und Qorvo. Die Anteilscheine der Unternehmen zogen um bis zu knapp 6 Prozent an. Es werde eine schwere Last von den Unternehmen der Lieferketten von Huawei genommen, schrieb Caso.
Gefragt waren in dem guten Börsenumfeld auch Finanzwerte. So zählten die Aktien von JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) und Goldman Sachs mit Gewinnen von jeweils rund 1 Prozent zu den Favoriten im Dow. Die großen Wall-Street-Banken hatten bereits Ende letzter Woche nach dem zweiten Teil des jährlichen US-Stresstests umfangreiche Aktienrückkäufe und deutliche Dividendenerhöhungen angekündigt./la/he
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