Aktien Wien Schluss: Neuer Kursrutsch
WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse ist am Mittwoch weiter abgerutscht und hat mit schweren Kursverlusten geschlossen. Der österreichische Leitindex ATX brach um 7,79 Prozent auf 1630,84 Punkte ein.
Die Talfahrt am heimischen Aktienmarkt beschleunigte sich damit. Auch international hatte die Coronakrise die Börsen weiter im Griff.
Das von der österreichischen Regierung angekündigte 38 Milliarden schwere Hilfspaket blieb ohne Einfluss auf den Handel an der Wiener Börse. "Wir wollen alles Menschenmögliche tun, um massenhafte Arbeitslosigkeit zu verhindern", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei einer Pressekonferenz nach dem Ministerrat.
Nur wenige Einzeltitel konnten sich dem negativen Trend entziehen, darunter die Aktien des Ölfeldausrüsters Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment mit einem Plus von 3,73 Prozent auf 17,82 Euro. Die der Früh erfolgte Ankündigung einer Dividendenerhöhung sowie von Aktienrückkäufen seien eine Überraschung gewesen, heißt es in einer ersten Stellungnahme von Baader-Bank-Analyst Christian Obst. "In Zeiten, in denen es scheint, als würde jeder so viel Cash wie möglich im Unternehmen lassen, hat sich SBO entschieden, den Aktionären mehr Geld zurückzugeben", kommentierte der Analyst.
Dagegen konnten die Titel der Raiffeisen Bank International ihre anfänglichen Kursgewinne von bis zu 8,5 Prozent nicht halten und gaben um 8,91 Prozent auf 11,25 Euro nach. Die Bank hat ihre ursprünglichen Prognosen für das Kreditwachstum 2020 zurückgenommen. Für notleidende Kredite muss wegen der Ausbreitung des Coronavirus mehr Geld zurückgelegt werden.
Die beiden weiteren Bankaktien im ATX standen ebenfalls stark unter Druck. Die Titel der Bawag verloren 8,46 Prozent auf 20,34 Euro und die Anteilsscheine der Erste Group fielen noch stärker um 10,85 Prozent auf 16,23 Euro.
Deutlich nach unten ging es auch für Verbund mit einem Minus von 10,65 Prozent auf 29,04 Euro. Der Stromkonzern hat 2019 seine Jahresziele bei operativem Ergebnis und Nettogewinn erreicht. Nach Angaben von Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber führt die Coronavirus-Krise jedoch bereits jetzt zu einem geringeren Strombedarf der Industrie, die ihre Produktion gedrosselt hat.
Bei den Titeln der S Immo stand zu Handelsschluss ein Minus von 9,83 Prozent auf 13,76 Euro. Der Immobilienkonzern teilte mit, dass die Auswirkungen der Corona-Krise für die s Immo aktuell nicht abschätzbar seien, "aber wir müssen davon ausgehen, dass es uns - vor allem bei den Hotels und im Einzelhandelsbereich - deutlich treffen wird". Für 2019 meldete das Unternehmen bei Nettogewinn und der wichtigen Cash-Generierungs-Kennzahl FFO I neue Rekordwerte.
Etwas besser hielten sich die Immofinanz-Anteilsscheine mit einem Kursabschlag von 5,06 Prozent auf 13,50 Euro. Konzernchef Oliver Schumy hat das Unternehmen mit Wirkung von heute, Mittwoch, verlassen. Ab Donnerstag wird das ATX-Unternehmen von den Vorständen Dietmar Reindl und Stefan Schönauer geführt./dkm/mik/APA/fba