Analystenmeinung

Rheinmetall- und RENK-Aktie schwächeln nach gestrichener Kaufempfehlung weiter


Rheinmetall- und RENK-Aktie schwächeln nach gestrichener Kaufempfehlung weiter

Rüstungswerte tun sich nach ihrer Erholung bis Dienstag weiter schwer. Zudem blickt ein Analyst inzwischen pessimistischer auf die Aktien von Rheinmetall und RENK.

Werte in diesem Artikel
Aktien

43.65 EUR -2.26 EUR -4.91 %

1,010.20 EUR -53.80 EUR -5.06 %

Am Donnerstag geben die Aktien von Rheinmetall im XETRA-Handel zeitweise um weitere 3,93 Prozent nach auf 1.017,20 Euro. Auch Papiere von RENK fallen zeitweise um 4,36 Prozent auf 43,78 Euro. HENSOLDT verlieren derweil 4,86 Prozent auf 74,86 Euro. Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research strich am Morgen nach dem NATO-Gipfel seine Kaufempfehlung für die Papiere der beiden Rüstungskonzerne.

Werbung

Die Verteidigungsallianz verlagere ihre Prioritäten und Ausgaben, schrieb er. Traditionelle Landstreitkräfte seien immer noch wichtig, aber die Mittel flössen vor allem in mehrschichtige Luftverteidigung, weitreichende Waffen, Drohnen und Überwachung.

Der Markt taxiere zudem das Projekt Arminius, ein Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr, viel zu hoch, fuhr der Experte fort. Dabei handelt es sich um das größte Beschaffungsvorhaben in der Geschichte der Bundeswehr. Es geht um die Lieferung von Radpanzern des Typs Boxer.

Mit seinem gekappten Kursziel für die Rheinmetall-Aktie von 1.150 Euro liegt Rieck nur knapp über dem Erholungshoch vom Dienstag. Der Rekord vom Oktober 2025 liegt bei 2.008 Euro. Für RENK wurde das Kursziel von MWB Research laut "Goldesel" bei 50 Euro belassen. Das Analysehaus hatte dieses erst vor zwei Wochen vergeben, als ide RENK-Aktie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft worden war. Diese Einschätzung wurde nun wieder revidiert.

Werbung

HENSOLDT ein Verkauf

Hensoldt empfahl Rieck jetzt zum HENSOLDT. Hoffnungen auf Vertragsabschlüsse hätten die Papiere vor dem Nato-Gipfel deutlich angetrieben, doch es sei dann letztlich kein neuer Auftrag vergeben worden.

HENSOLDT ist laut Rieck zwar im Sensorbereich stark aufgestellt, aber nicht der automatische Gewinner bei Land- und Seeplattformen. Und bei landgestützten Systemen, dem Kern seiner Anlage-Story, fielen die Genehmigungen durch die deutschen Behörden nach wie vor spärlich aus. Deshalb betrachtet der Experte die kommenden Ausschreibungen mit größerer Vorsicht.

Blick auf die europäischen Rüstungsunternehmen

Raphael Thuin, Leiter Kapitalmarktstrategie des Vermögensverwalters Tikehau Capital, ist weiter zuversichtlich für die europäischen Rüstungsunternehmen. Zwar hätten sich deren Aktien seit Beginn des Iran-Kriegs kontraintuitiv unterdurchschnittlich entwickelt. Diese Konsolidierung jedoch stelle die langfristig positiven Aussichten nicht infrage. Zuletzt haben die jüngsten Entwicklungen in den internationalen Krisen Thuin zufolge Fragen hinsichtlich der Fähigkeit etablierter europäischer Akteure aufgeworfen, sich an eine stärker technologiegetriebene Form der Kriegsführung anzupassen. Diese sei durch die wachsende Rolle von Drohnen, Luftabwehr und Raketen gekennzeichnet. Dennoch glaubt der Experte, dass die Fundamentaldaten intakt bleiben. Zudem sei die Planungssicherheit außergewöhnlich hoch, fuhr er fort. So betrage der Auftragsbestand von Rheinmetall fast das Achtfache des Umsatzes der letzten zwölf Monate.

Werbung

Rheinmetall und MBDA entwickeln Laserwaffensystem für die Marine

Der Rüstungskonzern Rheinmetall entwickelt gemeinsam mit dem kleineren Konkurrenten MBDA Deutschland ein Hochenergie-Laserwaffensystem für die Deutsche Marine. Der Auftrag des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat einen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie Rheinmetall mitteilte. Er umfasse die Realisierung eines Gesamtsystems für die maritime Anwendung und werde die vollständige Wirkkette von Aufklärung, Zielverfolgung und Bekämpfung abbilden. Das Laserwaffensystem werde 2029 einsatzfähig sein.

Eine Rheinmetall-Tochter und die MBDA Deutschland GmbH mit Sitz in Schrobenhausen haben derzeit eine Arbeitsgemeinschaft. Ein Joint Venture aus MBDA und Rheinmetall Waffe Munition GmbH befindet sich derzeit in Gründung. Das Gemeinschaftsunternehmen lege bei der Entwicklung des Laserwaffensystems "besonderen Wert auf deutsche Lieferketten und heimisches System-Know-how, um nationale Souveränität bei dieser Schlüsseltechnologie zu sichern", teilte Rheinmetall weiter mit.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX Broker / DOW JONES

Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, RENK Group AG

Aktuelle Rheinmetall Aktie News

Werbung

Rheinmetall Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Rheinmetall nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
08.07.26 Rheinmetall Outperform Bernstein Research
08.07.26 Rheinmetall Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.07.26 Rheinmetall Buy UBS AG
03.07.26 Rheinmetall Buy Deutsche Bank AG
03.07.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.