Basler-Aktie fällt dennoch zurück: Konzern wird erneut optimistischer - deutliche Zuwächse im ersten Halbjahr
Basler erhöht nach einem starken ersten Halbjahr zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose für Umsatz und Marge. Die Aktie reagiert.
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Der Bildverarbeitungsspezialist Basler hat nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr erneut seine Prognose erhöht. Beim Umsatz peilt das im Juni in den SDAX zurückgekehrte Unternehmen nun 270 bis 290 Millionen Euro an, wie Basler am Dienstagabend mitteilte. Das entspräche einem Plus von bis zu 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die vergleichsweise breite Zielspanne begründete das Unternehmen unter anderem mit Unsicherheiten in der Lieferkette.
Auch bei der Profitabilität zeigt sich Basler optimistischer. Für die EBIT-Marge rechnet das Unternehmen nun mit 12,5 bis 14,5 Prozent, nachdem sie im Vorjahr knapp acht Prozent betragen hatte.
Analysten überrascht Prognoseanhebung kaum
Für Experten kommt die erneute Anhebung der Jahresziele nicht überraschend. Die von Bloomberg befragten Analysten hatten im Durchschnitt bereits einen Jahresumsatz von rund 280 Millionen Euro und damit die Mitte der neuen Zielspanne erwartet. Auch bei der EBIT-Marge lagen die Analystenschätzungen bereits am oberen Ende der nun ausgegebenen Prognose.
Anleger reagieren dennoch erfreut. Die Basler-Aktie gewinnt im XETRA-Handel am Mittwoch zeitweise 4,69 Prozent auf 26,80 Euro.
Basler-Aktie fällt deutlich zurück - Wachstum wird hinterfragt
Die Papiere von Basler haben am Mittwoch nach einem Fehlausbruch zum XETRA-Start zuletzt 5,27 Prozent auf 24,25 Euro verloren. Damit scheiterten sie daran, ihren seit Ende Juni gültigen Abwärtstrend zu brechen. Ende Juni waren Basler nach steiler Rally wieder in den SDAX der kleineren Börsentitel aufgestiegen, hatten anschließend einen Teil der Rally korrigiert.
Der Bildverarbeitungsspezialist hatte am Vorabend nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr erneut die Prognose erhöht. Ein Händler merkte am Morgen vor dem Xetra-Start aber bereits an, dass sich die Erwartungen der Analysten schon am oberen Ende der neuen Prognose bewegten und somit anfänglicher Kurszuwachs schnell nachlassen könnte.
Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies schrieb: Die starke Nachfrage bei Basler ziehe immer noch an. Derweil bremse das Angebot das Wachstum aber immer deutlicher. Mit dem Absatz komme Basler dem Auftragsbestand nicht mehr hinterher. Zwar sei selbst das obere Ende der neuen Zielspanne noch zu konservativ, doch die Lieferkettenrisiken rückten in den Fokus.
Starkes erstes Halbjahr
Im ersten Halbjahr steigerte Basler den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent auf 152 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) vervierfachte sich nahezu auf rund 31 Millionen Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,7 auf 20,4 Prozent und lag damit deutlich über der für das Gesamtjahr angestrebten Spanne.
Auch der Auftragseingang entwickelte sich dynamisch. Er stieg in den ersten sechs Monaten um 59 Prozent auf 180 Millionen Euro und wuchs damit deutlich stärker als der Umsatz. Nach Unternehmensangaben entwickelte sich Basler damit erheblich besser als der Gesamtmarkt.
Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) lagen die Auftragseingänge der deutschen Hersteller von Bildverarbeitungskomponenten bis Ende Juni 2026 nominal um 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Branchenumsätze stiegen im gleichen Zeitraum um neun Prozent.
Lieferengpässe bleiben Risiko
Mit einem gut gefüllten Auftragsbestand startet Basler nach eigenen Angaben mit Rückenwind in die zweite Jahreshälfte. Die starken Ergebnisse des ersten Halbjahres und die weiterhin positive Entwicklung des Auftragseingangs in den ersten Wochen des dritten Quartals stimmten das Unternehmen grundsätzlich optimistisch.
Allerdings erschweren zunehmende Engpässe in den Lieferketten die vollständige Bedienung der hohen Nachfrage. Zusätzlich wurde die japanische Region Kumamoto vor wenigen Tagen von einem Erdbeben getroffen. Infolge des Ereignisses musste Sony, einer der wichtigsten Lieferanten von Bildsensoren für Basler, die Produktion in einem Werk vorübergehend einstellen.
Nach aktuellem Kenntnisstand rechnet Basler bis Mitte August mit erheblichen Einschränkungen bei der Produktion von Bildsensoren. Da die Sicherheitsbestände in der Lieferkette aufgrund der hohen Nachfrage der vergangenen Monate weitgehend aufgebraucht sind, erwartet das Unternehmen vorübergehende Belastungen der Produktionsmengen im September und Oktober.
/zb/tih/he
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Bildquellen: Basler AG
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 06.08.26 | Basler Buy | Warburg Research | |
| 06.08.26 | Basler Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 05.08.26 | Basler Buy | Warburg Research | |
| 05.08.26 | Basler Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 08.07.26 | Basler Buy | Warburg Research |