APA ots news: Energiepreise bremsen Österreichs Konjunktur nur kurz aus


Prognose für 2026 und 2027

Wien (APA-ots) - Die österreichische Wirtschaft ist im Vorjahr stärker

Werbung

gewachsen als

in der WIFO-Frühjahrsprognose vom April 2026 zugrunde gelegt. Damit

ist die Ausgangslage für das laufende Jahr günstiger. Der Iran-Krieg

hinterlässt allerdings Spuren. Die Inflation ist deutlich gestiegen

und die Stimmung hat sich eingetrübt. Mit dem Rückgang der

Energiepreise wird die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte wieder

an Schwung gewinnen. Österreichs Wirtschaft dürfte in den Jahren 2026

Werbung

und 2027 jeweils um etwa 1% wachsen. Die Inflation wird im

Jahresdurchschnitt 2026 3,2% betragen und 2027 auf 2,4% sinken. Die

Arbeitslosenquote steigt im laufenden Jahr geringfügig und geht 2027

auf 7,3% zurück.

"Auf den Terminmärkten wird derzeit erwartet, dass die

Energiepreise schneller zurückgehen als in der letzten WIFO-Prognose

unterstellt. Bei einem noch schnelleren Rückgang würde sich die

Werbung

Konjunktur rascher erholen", so Stefan Ederer, Autor der aktuellen

WIFO-Prognose.

Die Konjunktur in Österreich war 2025 stetig aufwärtsgerichtet.

Die Erholungsphase setzte laut den Anfang Juni veröffentlichten Daten

der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) im IV. Quartal 2024

ein und hielt bis ins I. Quartal 2026 an. Damit ist die Ausgangslage

für das laufende Jahr günstiger als in der WIFO-Konjunkturprognose

vom April 2026 zugrunde gelegt.

Der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Rohöl- und

Erdgaspreise bremsen die Konjunktur. Die Verbraucherpreisinflation

ist im Frühjahr erheblich gestiegen und die Stimmung der Haushalte

und Unternehmen hat sich eingetrübt. In der Sachgütererzeugung ist

die Einschätzung der aktuellen Lage allerdings weiter deutlich

günstiger als vor einem Jahr. Mit der schrittweisen Normalisierung

der weltweiten Produktions- und Transportmengen von Rohöl und Erdgas

ab dem 2. Halbjahr 2026 und dem entsprechenden Rückgang der

Energiepreise dürfte die Konjunktur wieder an Schwung gewinnen. Alles

in allem wächst die österreichische Wirtschaft im Prognosezeitraum um

etwa 1% pro Jahr.

Österreichs Industrie und Exportwirtschaft dürften über den

Prognosehorizont wieder am weltweiten Wirtschaftsaufschwung

teilhaben. In der Bauwirtschaft ist hingegen mit keinem kräftigen

Wachstum zu rechnen.

Die Verbraucherpreise dürften 2026 rascher ansteigen als in der

letzten WIFO-Konjunkturprognose erwartet. Zum einen reagierten die

Mineralölpreise in Österreich schneller auf die weltweite Verteuerung

von Rohöl. Zum anderen rechnet das WIFO mit einem Auslaufen der

Spritpreisbremse Ende Juni. Im kommenden Jahr werden die

Verbraucherpreise von Fernwärme, Gas und Strom zwar zeitverzögert

anziehen, der Rückgang bei den Mineralölpreisen überwiegt jedoch und

dämpft die Teuerung. Alles in allem wird die

Verbraucherpreisinflation im Jahr 2026 3,2% betragen und 2027 auf 2,4

% sinken.

Zurückhaltende Lohnabschlüsse vom Vorjahr und die hohe Inflation

dämpfen im laufenden Jahr die Kaufkraft, wodurch die Realeinkommen

der privaten Haushalte neuerlich schrumpfen. Dementsprechend werden

die Konsumausgaben und die Bruttowertschöpfung in den konsumnahen

Dienstleistungsbereichen im Prognosezeitraum nur mäßig zunehmen.

Die Beschäftigung dürfte im laufenden Jahr nur moderat

expandieren. Dadurch steigt die Arbeitslosenquote zunächst weiter auf

7,5% im Jahresdurchschnitt 2026. 2027 ist der Beschäftigungsanstieg

dann kräftiger, wodurch die Arbeitslosenquote erstmals wieder leicht

auf 7,3% sinken wird.

Der Finanzierungssaldo des Staates dürfte sich im

Prognosezeitraum weiter leicht verbessern. 2026 beträgt er

voraussichtlich -4% und 2027 -3,7% des Bruttoinlandsproduktes. Die

Staatsschuldenquote steigt bis 2027 auf knapp 84% der

Wirtschaftsleistung.

Abbildung 1: Energiepreisentwicklung im Vergleich zu den Annahmen

der WIFO-Konjunkturprognose vom Frühjahr 2026 - auf der WIFO-Website

Übersicht 1: Hauptergebnisse der Prognose - auf der WIFO-Website

Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar

".

Rückfragehinweis:

Rückfragen bitte am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, von 11 bis 13 Uhr,

an Dr. Stefan Ederer, Tel. (1) 798 26 01 - 464, stefan.ederer@

wifo.ac.at

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0063 2026-06-25/10:00

Werbung