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APA ots news: FMA kann als "Trusted Flagger" künftig wirksamer gegen rechtswidrige Finanzangebote auf Social Media vorgehen

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Finanzmarktaufsicht kann als "vertrauenswürdiger Hinweisgeber"

gemäß EU-Recht unerlaubte Finanzdienste bevorzugt bei

Online-Plattformen melden - Bescheid der KommAustria

Wien (APA-ots) - Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA)

wurde von der

Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria) als vertrauenswürdiger

Hinweisgeber ("Trusted Flagger") gemäß der EU-Verordnung über

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digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) zertifiziert. Der

entsprechende Bescheid wurde der FMA jetzt zugestellt. Die

Zertifizierung gilt für den Bereich rechtswidrige

Finanzdienstleistungen.

Der neue Status erlaubt es der FMA, Online-Plattformen gezielt

und mit Priorität auf Inhalte hinzuweisen, die auf unerlaubte

Finanzdienstleistungen hindeuten - etwa Fake-Broker, betrügerische

Werbung

Anlageangebote, unerlaubte Krypto-Trading-Plattformen oder

Anlagebetrug in geschlossenen Messenger-Gruppen. Anbieter von Online-

Plattformen sind gemäß DSA verpflichtet, Meldungen vertrauenswürdiger

Hinweisgeber vorrangig zu behandeln und zügig zu entscheiden - anders

als Meldungen einzelner Nutzer:innen, die immer wieder in der Masse

untergehen.

Allein im Jahr 2025 gingen bei der FMA 842 Meldungen zu

Anlagebetrug ein, die gemeldeten Fälle summierten sich auf einen

Gesamtschaden von rund 20 Millionen - was nur einen Bruchteil des

tatsächlichen Schadens darstellt. Die Anbahnung von Anlagebetrug über

soziale Medien und Messenger-Dienste ist der am schnellsten wachsende

Trend der vergangenen Jahre. Die Erfahrungen der FMA-Ermittler:innen

zeigen, dass Online-Plattformen regelmäßig eine zentrale Rolle für

die Verbreitung betrügerischer Angebote spielen. Sie sind eine

Eintrittspforte für den Betrug - über Deepfake-Videos, KI-gesteuerte

Chatbots in Investment-Gruppen und geklonte Identitäten, mit denen

Betrüger:innen ihre Opfer in großem Maßstab täuschen.

"Betrüger:innen sind oft die ersten, die neue Technologien für

sich nutzen - und sie schaden damit dem Vertrauen der Menschen in den

Finanzmarkt ", sagt FMA-Vorständin Mariana Kühnel. "Dieses

Vertrauen ist wichtig: Wer sicher ist, dass Anlageangebote seriös

sind, ist eher bereit, am Kapitalmarkt zu investieren. Der neue

Status als "Trusted Flagger" stärkt unsere Möglichkeiten, gezielt

gegen betrügerische Inhalte im Netz vorzugehen."

"Digitale Plattformen spielen bei der Verbreitung unerlaubter

Finanzangebote eine zentrale Rolle", ergänzt FMA-Vorstand Helmut Ettl

. "Wer mit Anzeigen Erlöse erzielt, muss auch wirksam in Prävention

investieren. Mit dem Trusted-Flagger-Status nehmen wir die

Plattformen stärker in die Pflicht - das ist ein wichtiger Beitrag

dazu, dass sich Anleger:innen auch im digitalen Raum auf einen

sauberen, vertrauenswürdigen Finanzplatz verlassen können."

Die FMA kann auch in Zukunft nicht selbst die Angebote löschen

oder sperren - das bleibt Aufgabe der Plattform. Der neue Status

erhöht aber die Priorität und Nachvollziehbarkeit der Meldungen und

soll schnellere Entscheidungen der Plattformen ermöglichen. "Trusted

Flagger" wird damit zu einem weiteren Hebel, der bestehende

Instrumente wie Investorenwarnungen, Untersagungen, Strafanzeigen und

Meldungen an Hosting-Provider ergänzt.

Erste Erfahrungen anderer Aufsichtsbehörden stimmen

zuversichtlich: In Irland ist die Central Bank of Ireland seit

Frühjahr 2025 als "Trusted Flagger" anerkannt. Dort kommen Antworten

großer Plattformen mittlerweile sehr zügig, mit Löschquoten von rund

99 Prozent.

Für die FMA ist der Kampf gegen unerlaubte Finanzangebote im Netz

kein Nebenschauplatz, sondern eng mit ihrem Kernauftrag verknüpft:

einem sauberen, stabilen Finanzplatz, dem Anleger:innen vertrauen

können. Eine Aufsicht, die mit der technologischen Entwicklung

Schritt hält, ist dafür ebenso Voraussetzung wie robuste Maßnahmen

gegen Betrug, die sich laufend an neue Maschen anpassen - ergänzt

durch Aufklärung und Finanzbildung als Prävention, etwa über die FMA-

Formate "Reden wir über Geld" im Internet und auf Instagram und

Youtube.

Hintergrund: Was ist ein "Trusted Flagger"?

Der Digital Services Act der Europäischen Union verpflichtet

große Online-Plattformen, Meldungen von zertifizierten

"vertrauenswürdigen Hinweisgebern"/"Trusted Flaggern" vorrangig zu

bearbeiten. Zuständig für die Vergabe dieses Status ist in Österreich

die KommAustria als nationaler Koordinator für digitale Dienste.

Voraussetzung ist der Nachweis besonderer Sachkenntnis im jeweiligen

Fachgebiet, organisatorische und finanzielle Unabhängigkeit von

Online-Plattformen sowie eine sorgfältige, genaue und objektive

Vorgehensweise bei Meldungen. Die Zertifizierung ist zeitlich nicht

befristet, kann aber bei mangelhafter Qualität der Meldungen

widerrufen werden. Zertifizierte Hinweisgeber werden von der

Europäischen Kommission unionsweit veröffentlicht und sind damit von

allen Anbietern von Online-Plattformen anzuerkennen.

Rückfragehinweis:

Finanzmarktaufsicht (FMA)

Boris Gröndahl

Telefon: +43 676 8824 9995

E-Mail: boris.groendahl@fma.gv.at

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