Arrestbefehl

Ehemaliger Wirecard-Chef kämpft vor Gericht um sein Vermögen


Ehemaliger Wirecard-Chef kämpft vor Gericht um sein Vermögen

Der frühere Wirecard-Vorstandschef Markus Braun wehrt sich vor Gericht gegen das Einfrieren seines Vermögens.

Werte in diesem Artikel
Aktien

0.02 EUR 0.00 EUR 15.49 %

Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun muss fürchten, dass nach der Staatsanwaltschaft auch der Insolvenzverwalter sein Vermögen einfrieren lässt. Das Landgericht München stellte Brauns Anwälten am Donnerstag in Aussicht, dass ein im Dezember ergangener Arrestbeschluss in Höhe von 140 Millionen Euro Bestand haben dürfte. Komplizierter ist die rechtliche Lage bei einem zweiten Arrestbeschluss in Höhe von 35 Millionen Euro, wie der Vorsitzende Richter Helmut Krenek bei der mündlichen Verhandlung am Donnerstag deutlich machte. Die Kammer will ihre Entscheidung am 9. Juni verkünden.

Werbung

Anlass der Verhandlung war, dass der seit bald zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzende Braun gegen beide Arrestbeschlüsse Widerspruch eingelegt hat. Allzu große praktische Bedeutung für Braun hat dieses Zivilverfahren aktuell nicht: Vorerst geht es nur um ein Eilverfahren, bis zur Hauptsacheentscheidung wird es noch dauern. Außerdem hat zuvor bereits die Münchner Staatsanwaltschaft das Privatvermögen des unter Betrugsverdachts stehenden Managers arrestieren lassen. Faktisch hätte Braun also auch dann keinen Zugriff auf 175 Millionen Euro, wenn das Gericht am 9. Juni seinem Widerspruch vollständig stattgeben würde.

Doch Insolvenzverwalter Michael Jaffé versucht, so viel Geld wie möglich für die Gläubiger zu sichern. Brauns Anwälte hingegen argumentieren, dass die Arrestbeschlüsse des Insolvenzverwalters nichtig seien, weil Brauns Vermögen bereits von der Staatsanwaltschaft eingefroren wurde. "Alles, was nach der Staatsanwaltschaft kommt, ist nichtig", sagte Brauns Anwalt Bernd-Wilhem Schmitz. Im ersten Arrestbeschluss über 140 Millionen Euro geht es um von Wirecard vergebene Kredite an die Firmengruppe Opac, für die es keine Sicherheiten gab. Der Insolvenzverwalter wirft Braun vor, gegen seine Sorgfaltspflichten verstoßen zu haben, weswegen der Österreicher für dieses Geld aufkommen soll.

Gegenstand des zweiten Arrestbeschlusses sind 35 Millionen Euro. Braun brauchte demnach Geld, um eigene Schulden zu begleichen, und forderte den seit Sommer 2020 untergetauchten Ex-Vertriebsvorstand Jan Marsalek auf, ihm einen Privatkredit zurückzuzahlen. Dieses Geld soll wiederum Marsalek in Kreiselüberweisungen aus dem Konzern abgezweigt haben. Anwalt Schmitz legte eine eidesstattliche Versicherung Brauns vor, derzufolge der Wirecard-Chef davon nichts wusste./cho/DP/ngu

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Wirecard, Andreas Pohlmann/Wirecard AG

Aktuelle Wirecard Aktie News

Werbung

Wirecard Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Wirecard nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
26.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
25.06.20 Wirecard Verkaufen Norddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
19.06.20 Wirecard Reduce Oddo BHF
18.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.