Ausbau der Beteiligung

RWE erhöht Beteiligung an Amprion und schließt Kapitalerhöhung zur Finanzierung ab - Aktie stabil


RWE erhöht Beteiligung an Amprion und schließt Kapitalerhöhung zur Finanzierung ab - Aktie stabil

RWE hat ihre angekündigte Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Kauf einer Mehrheit an Amprion erfolgreich abgeschlossen.

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Wie der Versorger am Montagabend mitteilte, platzierte er 36.143.952 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals und 38.240.169 eigene Aktien von RWE in einem beschleunigten Platzierungsverfahren (Accelerated Bookbuilding) bei institutionellen Anlegern. Den Platzierungspreis legte das Unternehmen bei 54 Euro je Aktie fest, damit flossen RWE nach eigenen Angaben brutto 4 Milliarden Euro zu. Mit dem Nettoerlös finanziert RWE die zuvor am Berichtstag angekündigte Aufstockung ihres bestehenden mittelbaren Anteils an der Amprion GmbH, einem der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber.

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RWE schwach - Milliarden-Kapitalerhöhung für Amprion-Deal

Der Energiekonzern RWE hat mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung zur Mehrheitsübernahme des Übertragungsnetzbetreibers Amprion die Anleger am Dienstag nicht groß aus der Ruhe gebracht. Die Übernahme stieß bei Analysten überwiegend auf ein positives Echo. Generell belasten Kapitalerhöhungen aber die Kurse. Die Aktien von RWE stiegen via XETRA schlussendlich minimale 0,07 Prozent auf 55,64 Euro. Über die bevorstehende Mehrheitsübernahme hatten zuvor verschiedene Medien bereits berichtet.

Um den Deal zu finanzieren, platzierte RWE 74,4 Millionen Aktien am Vorabend zum Stückpreis von 54 Euro. Dies entsprach einem Abschlag von fast drei Prozent zum Schusskurs. Im Bereich von 54 Euro hatte sich im Chart zuletzt eine Unterstützungszone herauskristallisiert. Dieser Unterstützung näherte sich der Kurs am Dienstag im frühen Handel bis auf wenige Cent, erholte sich dann aber etwas.

Um die Amprion-Mehrheit zu bekommen, übernimmt RWE Anteile von einem Konsortium aus Versorgungswerken und institutionellen Investoren aus der Versicherungsbranche - und hat sich dafür rund vier Milliarden Euro am Aktienmarkt besorgt. Ahmed Farman vom Analysehaus Jefferies zeigte sich von der Kapitalerhöhung überrascht. Gut die Hälfte des notwendigen Kapitals stammt aus der Kapitalmaßnahme, der Rest aus dem Verkauf von Anteilen im eigenen Bestand.

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Für den Deal an sich gab es lobende Worte. Louis Boujard von der Investmentbank Oddo BHF betonte, das Netzgeschäft werde für RWE ein drittes strategisches Standbein neben den Erneuerbaren Energien und der konventionellen Stromerzeugung. RWE hatte bislang über ein Gemeinschaftsunternehmen 20 Prozent an Amprion besessen und erhöht nun den Anteil auf 55 Prozent.

Der Kaufpreis wurde von vielen Analysten als recht günstig bezeichnet, darunter auch von Boujard. Die Bewertung sei moderat für einen Vermögenswert mit einer hohen regulatorischen Planungssicherheit und einer in diesem Sektor seltenen Wachstumsdynamik. Betont wurde gleich mehrfach, dass der Deal sofort ergebniswirksam werde.

Guido Hoymann von der Privatbank Metzler sieht in dem Schritt strategisch eine "Rolle rückwärts", denn RWE entwickele sich jetzt wieder vom reinen Stromerzeuger zurück zum integrierten Energieversorger. Er wertet dies positiv für das Risikoprofil, da das Netzgeschäft regulatorisch gesicherte Umsätze mit sich bringe. Allerdings werde damit auch der Investmentansatz wieder schwieriger, da die Segmente eigentlich unterschiedliche Investorengruppen ansprächen.

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Experte Piotr Dzieciolowski von der Citigroup glaubt derweil, dass die Mehrheitsübernahme bestehende Aktionäre verwirren könnte. Denn 2024 habe RWE noch einen Komplettausstieg bei Amprion in Erwägung gezogen, um notwendigem Finanzierungsbedarf aus dem Weg zu gehen. Nun aber solle künftig bedeutend viel Kapital in die Netze gesteckt werden, so der Experte.

Amprion-Aufstockung soll bereits 2027 positiv zu RWE-Gewinn beitragen

RWE-Vorstandschef Markus Krebber kalkuliert bereits ab 2027 mit einem positiven Ergebnisbeitrag für den Energiekonzern aus der am Montag angekündigten mehrheitlichen Übernahme des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. "Am Anfang ganz leicht", sagte der Manager in einer Telefonpressekonferenz. "Wir erwarten rund zwei Cent pro Aktie in 2027, aber dann schon 15 Cent mehr in 2031" - und dies trotz der signifikanten Kapitalerhöhung, wie er betonte. Die regulierte Netzinfrastruktur stelle eine perfekte Ergänzung zum Portfolio dar.

Bei einer Transaktion dieser Größenordnung komme es nur selten vor, dass unter Hinzufügung von risikoloserem Geschäft gleichzeitig das Ergebnis über Aktien steige, so Krebber. Das Geschäft von Amprion werde zur dritten Säule von RWE neben den Investitionen in erneuerbare und flexible Erzeugung.

Bis werde 2031 werde das Übertragungsnetzgeschäft schätzungsweise 930 Millionen Euro Gewinn liefern. Zugleich werde die Verschuldung etwa beim Dreifachen des EBITDA bleiben. Mit der mehrfach überzeichneten Kapitalerhöhung im Volumen von knapp über 4 Milliarden Euro, die RWE am Montagabend über die Bühne brachte, sei der komplette Finanzierungsbedarf abgedeckt.

An der Eigentümerstruktur von RWE hat sich durch die Kapitalerhöhung wenig verändert. Norges, der norwegische Staatsfonds habe überproportional Aktien gezeichnet, sagte Krebber. Der Staatsfonds von Katar dagegen habe seine Beteiligung in etwa gehalten - bei knapp unter 10 Prozent. Und den Anteil der Kommunen schätze er nach der Kapitalerhöhung auf rund 12 Prozent.

Die Freigabe des Kartellamtes zu der Übernahme erwartet Krebber im dritten Quartal. Nach dem Vollzug kommt RWE auf 55 Prozent der Amprion-Anteile. Weitere 5 Prozent, die gegenwärtig dem Finanzinvestor Apollo gehören, kann sich RWE über eine Call-Option zu einem späteren Zeitpunkt sichern.

Amprion ist einer von vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern. Das Höchstspannungsnetz erstreckt sich über 11.000 Kilometer Länge. RWE wird bis 2031 rund 6,5 Milliarden Euro in den Ausbau investieren, 4 Milliarden mehr als bisher vorgesehen.

Dow Jones Newswires / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)

Bildquellen: Dennis Diatel / Shutterstock.com, rafapress / Shutterstock.com

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09.07.26 RWE Outperform RBC Capital Markets
09.07.26 RWE Buy Jefferies & Company Inc.
08.07.26 RWE Overweight JP Morgan Chase & Co.
08.07.26 RWE Buy UBS AG
03.07.26 RWE Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)