Spotify-Aktie unter heftigem Verkaufsdruck: Trotz starker Zahlen abgestraft
Spotify wächst weiter kräftig und erreicht neue Nutzerrekorde, doch die Börse reagiert dennoch mit deutlichen Kursverlusten. Anleger richten den Blick weniger auf die Vergangenheit.
Werte in diesem Artikel
• Starke Quartalszahlen mit Rekord bei Nutzerzahlen
• Aktie fällt deutlich trotz operativer Fortschritte
• Markt fokussiert sich stärker auf Ausblick als auf Ist-Zahlen
Die Anleger an der New York Stock Exchange ziehen bei Spotify derzeit massiv die Reißleine. Nachdem das Wertpapier bereits am vorangegangenen Handelstag mit einem Minus von 4,38 Prozent bei 495,82 US-Dollar aus dem Markt gegangen war,
verschärfte sich der Abwärtstrend dramatisch. Mit einem zweistelligen Einbruch von 12,52 Prozent stürzte die Aktie an der NYSE zuletzt auf 433,81 US-Dollar ab.
Damit summiert sich das Minus seit Jahresbeginn (Year-to-Date) auf beachtliche 14,62 Prozent - eine Entwicklung, die angesichts der eigentlich soliden operativen Kennzahlen auf den ersten Blick überrascht.
Starke Quartalszahlen werden zur Nebensache
Dabei lesen sich die nackten Zahlen für das abgelaufene erste Quartal keineswegs wie ein Krisenbericht. Spotify konnte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen und unterstrich damit seine marktbeherrschende Stellung im Bereich des Musikstreamings. Mit einem Umsatz von 4,53 Milliarden Euro lieferte der Streaming-Dienst eine Punktlandung im Rahmen der Prognosen ab. Während das nominale Wachstum bei acht Prozent lag, verdeutlicht der währungsbereinigte Anstieg von 14 Prozent die eigentliche Dynamik des Geschäfts. Besonders beeindruckend fiel das Ergebnis je Aktie aus: Mit 3,45 Euro wurde die Konsensschätzung der Analysten (2,95 Euro) deutlich übertroffen. Der operative Gewinn toppte die Markterwartungen mit einem Anstieg um 40 Prozent auf 715 Millionen Euro. Der Überschuss verdreifachte sich sogar auf 721 Millionen Euro. Auch die Nutzerbasis wächst schneller als gedacht: 761 Millionen aktive Nutzer monatlich und ein Netto-Zuwachs von 10 Millionen im Quartal unterstreichen die starke Marktposition.
Der Ausblick als Stimmungskiller
Der Hauptgrund für den gnadenlosen Abverkauf liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunftserwartung. Während das erste Quartal die Erwartungen teilweise übertraf, sorgte der Ausblick auf das zweite Quartal für Ernüchterung in den Handelsräumen. Analysten und Investoren zeigen sich skeptisch gegenüber der Prognose für das laufende Geschäft. Insbesondere die Befürchtung, dass das Wachstum der monatlich aktiven Nutzer (MAUs) an Schwung verlieren könnte oder die Margenausweitung langsamer voranschreitet als erhofft, drückt auf die Stimmung. In einem Marktumfeld, das derzeit empfindlich auf jede Abweichung von den Wachstumspfaden reagiert, reicht ein solch vorsichtiger Ausblick aus, um eine Lawine an Verkäufen auszulösen.
Analysten mahnen zur Vorsicht
Die Reaktion der Börse verdeutlicht, dass die Vorschusslorbeeren, die Spotify in den letzten Monaten genossen hatte, nun einer harten Realitätsprüfung unterzogen werden. Obwohl das Unternehmen profitabler wird, monieren Experten, dass die hohen Erwartungen an die künftige Skalierbarkeit des Geschäftsmodells durch die neuen Prognosen einen Dämpfer erhalten haben. Für die Aktie bedeutet dies zunächst eine schmerzhafte Konsolidierung. Die Anleger strafen das Papier derzeit hart ab, da die Unsicherheit über die mittelfristige Dynamik schwerer wiegt als die aktuellen Rekordwerte bei den Nutzerzahlen. Ob Spotify das Vertrauen der Wall Street zeitnah zurückgewinnen kann, wird maßgeblich davon abhängen, ob die Prognosen im nächsten Quartal nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen werden.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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Spotify Analysen
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 03.02.22 | Spotify Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 06.07.20 | Spotify overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 28.10.19 | Spotify buy | UBS AG | |
| 01.08.19 | Spotify Outperform | RBC Capital Markets | |
| 31.07.19 | Spotify Hold | Pivotal Research Group |