Aktien von BMW, Mercedes-Benz und VW bleiben unter Druck - Jefferies sieht BMW-Effekt teilweise überzogen
Die deutschen Autobauer stehen weiter unter Druck. Während der Markt die BMW-Gewinnwarnung als Branchensignal wertet, stellt Jefferies diese Interpretation teilweise infrage.
Werte in diesem Artikel
• BMW-Gewinnwarnung wirkt weiterhin als Belastungsfaktor für den gesamten Sektor
• Volkswagen und Mercedes-Benz werden im Marktumfeld mit nach unten gezogen
• Jefferies sieht die negative Interpretation der BMW-Signale teilweise als überzogen
Die deutschen Autobauer kamen auch am Montag nicht aus dem Abwärtssog. BMW verlor auf XETRA letztlich 2,64 Prozent auf 57,50 Euro, die Volkswagen-Vorzüge gaben 3,93 Prozent auf 71,36 Euro nach, und Mercedes-Benz verlor 0,59 Prozent auf 43,08 Euro.
Die BMW-Warnung wirkt als Branchensignal
Bei VW belastet laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung, dass das Unternehmen plane, die Kooperation mit Bosch beim autonomen Fahren zu beenden, um Kosten einzusparen. Ein Börsenexperte wertete diese Nachricht als herben Dämpfer für den Autobauer. Seiner Einschätzung nach erleide VW damit einen weiteren schweren Rückschlag im technologischen Wettbewerb mit anderen Herstellern.
Als breiter Belastungsfaktor für den Markt wirkt aber weiter die BMW-Gewinnwarnung vom 16. Juni nach. Der Konzern kappte die angepeilte EBIT-Marge im Autogeschäft von 4 bis 6 auf 1 bis 3 Prozent und die Kapitalrendite von 6 bis 10 auf 1 bis 5 Prozent, dazu kommen leicht rückläufige Auslieferungen und ein deutlich sinkender Vorsteuergewinn. Als Treiber nennt BMW den sich im zweiten Quartal beschleunigenden Einbruch im China-Geschäft sowie den Nahost-Konflikt mit hohen Energiekosten und schwächerem Konsum. Die Aktie fiel daraufhin zeitweise rund sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende 2020. Entscheidend für die Branche: Anleger werten die Warnung nicht als Einzelfall, sondern als Hinweis auf Margendruck bei allen Premiumherstellern mit hohem China-Anteil. Mercedes-Benz und Volkswagen werden seither immer wieder mitgezogen.
Jefferies hält den Mitzieh-Effekt für übertrieben
Gegen genau diese Lesart stellt sich nun Jefferies. Analyst Philippe Houchois stufte Mercedes-Benz am Sonntag von "Hold" auf "Buy" hoch, senkte das Kursziel zugleich aber von 60 auf 52 Euro. Sein Argument: Mercedes sei der BMW-Warnung gefolgt, obwohl die eigenen Jahresziele "safe" erschienen. Die Signale einer Investorenkonferenz am Dienstag seien recht zuversichtlich gewesen, der träge Marktkonsens müsse erst noch nach oben korrigieren. Auf dem aktuellen Niveau von 43,12 Euro ließe das neue Ziel rund 21 Prozent Luft nach oben.
Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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