Bauernverband: 'Katastrophale Lage am Schweinemarkt'


BERLIN (dpa-AFX) - Der Bauernverband fordert von der Bundesregierung wegen eingebrochener Fleischpreise schnelle Finanzhilfen für schweinehaltende Betriebe. Im Frühjahr und Sommer sei "eine völlig ungewöhnliche, deutliche Preisabwärtsentwicklung zu beobachten", heißt es in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Angesichts der "außerordentlichen Marktkrise" verlangt der Verband Liquiditätshilfen und weitere Erleichterungen.

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Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) lädt am Mittwoch zu einem digitalen Runden Tisch zur Situation der heimischen Schweinehaltung.

Situation "zunehmend existenzgefährdend"

Der Bauernverband spricht in dem Papier von einer "katastrophalen Lage am Schweinemarkt in Deutschland und Europa". Mit aktuellen Preisrückgängen auf 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für Schweinefleisch seien vielfach nicht einmal mehr die variablen Kosten zu decken. Die Situation zahlreicher Betriebe entwickele sich zunehmend existenzgefährdend. "Es droht ein Strukturbruch, wie es ihn zuletzt während der Corona-Krise gegeben hat."

Ursache sei ein Zusammentreffen negativer Entwicklungen auf internationalen Märkten, die die Exportbedingungen für europäisches Schweinefleisch spürbar verschlechterten. So habe China als lange Zeit wichtigster Absatzmarkt seine Eigenproduktion ausgeweitet. Zugleich hätten andere Exportländer - besonders Brasilien - Kapazitäten ausgebaut und träten mit vergleichsweise niedrigen Produktionskosten zunehmend in direkte Konkurrenz zu Anbietern aus der EU.

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"Heftiger Verdrängungswettbewerb"

Bisher nach außerhalb der EU gehende Mengen blieben so im europäischen Markt. Dies erhöhe den Preisdruck für die Erzeuger. "Die Folge ist ein heftiger Verdrängungswettbewerb innerhalb des EU-Binnenmarktes mit erheblichen strukturellen Folgen für die Schweinehaltung in Deutschland."

Aufgrund von höheren Produktionskosten auch im Vergleich innerhalb der EU bestehe die Gefahr, "dass die heimische Erzeugung erheblich einbricht und damit perspektivisch auch die Versorgung mit regional erzeugtem Schweinefleisch deutlich geschwächt wird", warnt der Bauernverband./sam/DP/zb

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