Siemens Energy-Aktie erholt sich nach Kursrutsch: Wie weit reicht die Rally?
Nach einem Kursrutsch bis auf 131,28 Euro Mitte September kämpft sich die Siemens Energy-Aktie zurück, während Analysten ein beachtliches Kursziel nennen.
Werte in diesem Artikel
- Nach heftigem Ausverkauf kämpft sich die Aktie zurück Richtung altes Niveau
- Konzernumbau und sinkender Siemens-Anteil sorgen für neue Dynamik
- Analysten sehen bei Siemens Energy überwiegend weiteres Potenzial
Nach einem kräftigen Kursrutsch zu Anfang letzter Woche hat sich die Siemens Energy-Aktie, Anbieter von Energietechnik und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, wieder stabilisiert. Auslöser der Talfahrt waren Sorgen um eine mögliche Abkühlung der Investitionen in KI-Rechenzentren sowie eine Debatte über strengere Regulierung Künstlicher Intelligenz. Trotz der Erholung bleibt der Titel deutlich unter seinem Rekordhoch vom April.
Erholung nach kräftigem Kursrutsch der Siemens Energy-Aktie
Zu Beginn der letzten Woche sackte die Aktie bis auf 131,28 Euro ab, nachdem sie am Freitag zuvor (11. September) noch bei 144,26 Euro aus dem XETRA-Handel gegangen war. Bis letzten Freitag (18. September) erholte sich der Titel wieder auf etwas mehr als 140 Euro. Auch im Verlauf des heutigen Handelstages setzte sich die Stabilisierung fort: So klettert die Siemens Energy-Aktie zeitweise um 1,01 Prozent auf 144,60 Euro.
Der Ausverkauf verunsicherte Anleger quer durch die Branche und wurde von Warnungen vor Risiken leistungsfähiger KI-Systeme verstärkt, die eine Debatte über strengere Regulierung und ein langsameres Entwicklungstempo bei künstlicher Intelligenz befeuerten. Am 24. April hatte der Titel bei 191,66 Euro sein 52-Wochen-Hoch erreicht. Trotz der jüngsten Erholung notiert die Siemens Energy-Aktie also noch rund ein Viertel unter ihrem Rekordstand von gut 191 Euro.
Starke Zahlen von Siemens Energy
Fundamental unterfüttert wird die Erholung von den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal, die Siemens Energy Anfang August vorgelegt hatte: Für das am 30. Juni abgelaufene Quartal wies der Energietechnik-Konzern einen Gewinn von 1,28 Euro je Aktie aus, nach 0,71 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte um 17,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro.
JPMorgan-Analyst Phil Buller wertete die Aussagen von Vorstandschef Christian Bruch positiv, der von einer weiter starken Nachfrage im Sommer gesprochen habe und sein Unternehmen auf einem guten Weg sehe, das obere Ende der angestrebten Gewinnspanne zu erreichen.Konzernumbau und schwindender Siemens-Anteil
Parallel treibt Siemens Energy den Konzernumbau voran. Der Aufsichtsrat billigte Ende August die Abspaltung der Sparte Transformation of Industry mit dem Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft, die rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz und 17.000 Beschäftigte umfasst. Unser derzeitiger Investitionsschwerpunkt liege auf der Stromerzeugung und der Stromübertragung, sagte Vorstandschef Christian Bruch. Siemens Energy will an der neuen Einheit lediglich eine Minderheitsbeteiligung halten.
Auch beim Aktionärskreis tut sich etwas: Die frühere Muttergesellschaft Siemens senkte ihren Stimmrechtsanteil diesen Monat von 5,54 auf 4,98 Prozent und unterschritt damit erstmals die Schwelle von 5 Prozent. Größter Einzelaktionär bleibt der Siemens Pension-Trust e. V.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
Am Kapitalmarkt dominieren bei Siemens Energy weiterhin Buy-Einstufungen der Analysten. Von elf bei TipRanks erfassten Analysten stufen neun die Aktie mit Buy ein. Ein Analyst votiert mit Hold, ein weiterer mit Sell. Das mittlere Kursziel liegt bei 207 Euro, die Spanne reicht von 130 bis 250 Euro. JPMorgan-Analyst Phil Buller sieht seit etwa zwei Wochen ein Kursziel von 245 Euro, Evercore-ISI-Analyst Alexander Virgo taxierte den Titel bereits Ende August auf 250 Euro. Ob sich die Erholung fortsetzt, dürfte sich auch daran entscheiden, wie der Markt den Fortgang der ToI-Abspaltung und mögliche neue Signale zur KI-Nachfrage bewertet.
Für Anleger dürfte darüber hinaus in den kommenden Wochen vor allem das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 (das Ende September ausläuft) im Fokus stehen, mit den Jahreszahlen und einem für November erwarteten Kapitalmarkttag – dort dürfte sich auch entscheiden, ob weitere Sparten abgespalten werden könnten.Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG