Aktien von ASML, AMD, Intel & Co.: Diese KI-Werte ziehen nach dem Anthropic-Deal mit
Ein einziger Cloud-Auftrag aus den USA bewegt Aktien in Europa und den USA. Diese Titel profitieren von dem Milliarden-Deal von Anthropic und Akamai.
Werte in diesem Artikel
- Anthropics Cloud-Auftrag an Akamai gibt KI-Aktien in den USA und Europa Schub
- Prozessorhersteller wie AMD und Intel rücken durch den CPU-Fokus in den Blick
- ASML, Infineon und Siemens Energy profitieren in Europa von der Stimmung
Ein Milliardenauftrag für Rechenkapazität gibt am Freitag KI-Aktien auf beiden Seiten des Atlantiks neuen Schub. Auslöser ist die Vereinbarung, mit der Anthropic beim Cloud-Anbieter Akamai Kapazität im Wert von 11,6 Milliarden US-Dollar über sieben Jahre bucht. Für Anleger rückt nun eine andere Frage in den Vordergrund: Wer liefert die Technik für den KI-Ausbau?
AMD-Aktie: Rückenwind für die Prozessorbauer
Genau davon könnten die klassischen Prozessorhersteller profitieren. AMD notierte an der NASDAQ bei 0,22 Prozent höher bei 630,63 US-Dollar, Intel verlor derweil jedoch 3,45 Prozent auf 4,39 US-Dollar. Dazu kommt Marvell Technology, das mit Chips für Rechenzentren ebenfalls am KI-Ausbau hängt und letztlich bei einem Plus von 1,15 Prozent auf 261,94 US-Dollar steht. Welche Prozessoren Akamai für den Anthropic-Auftrag einsetzt, hat der Konzern allerdings nicht offengelegt. Die Kursbewegungen spiegeln deshalb die Erwartung einer breiteren Nachfrage nach Rechenleistung, keinen belegten Einzelauftrag.
ASML-Aktie führt Europas Chipwerte an
In Europa reagierten vor allem die Ausrüster der Halbleiterindustrie. ASML kletterte im Handel in Amsterdam letztlich um 1,291 Prozent auf 1.522,60 Euro, BE Semiconductor Industries gewann derweil schlussendlich 0,107 Prozent auf 187,60 Euro. Die Logik ist schlicht: Jeder zusätzliche Prozessor und jeder zusätzliche Speicherchip muss erst auf Anlagen dieser Hersteller gefertigt werden. Auch die Chiphersteller ziehen mit, Infineon stieg via XETRA um 0,80 Prozent auf 56,71 Euro während STMicroelectronics um 0,90 Prozent auf 45,31 Euro zulegen. Einen direkten Auftrag aus dem Akamai-Geschäft hat jedoch keiner dieser Konzerne gemeldet.
Vom Rechenzentrum bis zum Kraftwerk
Unter den Cloud-Anbietern stehen CoreWeave und Cloudflare im Blick - diese zeigten sich schlussendlich jedoch in Rot. CoreWeave arbeitet selbst bereits für Anthropic und hatte am 10. April 2026 eine mehrjährige Vereinbarung mit dem KI-Entwickler gemeldet. Der Fall zeigt, dass Anthropic seinen Bedarf auf mehrere Partner verteilt. Auf der Energieseite ist zudem Siemens Energy gefragt und stieg zum XETRA-Schluss um 0,35 Prozent auf 142,60 Euro, denn jedes neue Rechenzentrum braucht Netzanschluss und Stromerzeugung.
Warum ein Cloud-Auftrag die ganze Branche und die Anleger bewegt
Für den Markt zählt weniger der Auftrag selbst als das Signal dahinter. Akamai veranschlagt für den Vertrag Investitionen von rund 5,5 Milliarden US-Dollar und hebt die eigene Investitionsplanung für 2026 um rund 1,7 Milliarden US-Dollar an, um knappe Komponenten wie Speicherchips vorab zu sichern. Solche Summen landen am Ende bei Chipherstellern, Anlagenbauern und Energieversorgern. Aufschlussreich ist zudem, worum es geht: Der Vertrag betrifft Rechenlasten auf Hauptprozessoren (CPU) und keinen Trainingscluster aus Grafikchips. Das spricht dafür, dass der KI-Ausbau in die Breite geht und nicht mehr allein an den Grafikprozessoren hängt.
Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Maurice NORBERT / Shutterstock.com, ASML
