L&G Clean Energy ETF: Günstigster etablierter Zugang zu erneuerbaren Energien mit 34,5 Prozent Rendite in 2025
Nach drei Verlustjahren in Folge legte dieser Clean-Energy-ETF 2025 plötzlich um 34,5 Prozent zu und auch im laufenden Jahr geht es weiter aufwärts.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Unter den bereits fest am Markt etablierten Erneuerbare-Energien-ETFs ist dieser Fonds die günstigste Variante.
- Nach drei Verlustjahren in Folge erzielte der Fonds 2025 ein Plus von 34,5 Prozent.
- Nach dem starken Lauf verlor der Fonds in den vergangenen drei Monaten wieder 14,4 Prozent, das war jedoch eher eine Verschnaufpause als ein Trendbruch.
| ETF | ISIN | TER | Ausschüttung | Rendite 1 Jahr | Rendite seit Auflage |
|---|---|---|---|---|---|
| L&G Clean Energy ETF | IE00BK5BCH80 | 0,49 % p.a. | thesaurierend | +26,8 % |
+46,3 % (11.11.2020) |
Die attraktivste Mischung aus Etablierung und Kosten
Unter allen bereits fest am Markt etablierten ETFs auf erneuerbare Energien ist der L&G Clean Energy UCITS ETF mit 0,49 Prozent Kosten pro Jahr die günstigste Variante. Sämtliche Konkurrenzprodukte, die noch etwas niedrigere Kosten aufweisen, verfügen jeweils über ein Fondsvolumen von unter 125 Mio. Euro, meist sogar unter 100 Mio. Euro, während dieser Fonds bereits 612 Mio. Euro verwaltet. Die größeren, etablierteren Wettbewerber verlangen dagegen jeweils zwischen 0,55 und 0,65 Prozent. Wer auf der Suche nach einem ETF im Bereich erneuerbare Energien ist, dürfte hier also die attraktivste Kombination aus Marktetablierung und niedrigen Kosten finden.
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Was der Fonds konkret abbildet
Der L&G Clean Energy UCITS ETF bildet den Solactive Clean Energy Index nach und ist der einzige verfügbare ETF, der genau diesen Index abbildet. Erfasst werden weltweit Unternehmen, deren Geschäftsmodelle an einer oder mehreren Wertschöpfungsstufen der sauberen Energieerzeugung ansetzen, von Solar- und Windenergie über Energiespeicherung bis zu den dafür nötigen Halbleiter- und Ausrüstungskomponenten. Anders als manch anderer Clean-Energy-Index, der stärker auf junge, teils noch unprofitable Wachstumsgeschichten setzt, ist dieser Ansatz nach eigenen Angaben stärker auf operativ etablierte Unternehmen der Branche ausgerichtet.
Vom Zinsschock zur Erholung: Warum die Rendite wieder stimmt
Zwischen 2022 und 2024 verzeichnete der Fonds durchgehend negative Renditen, eine direkte Folge der damaligen globalen Leitzinserhöhungen, die kapitalintensive, oft fremdfinanzierte Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien besonders hart trafen. 2025 folgte die Wende mit einem Plus von 34,5 Prozent, getragen von ersten Leitzinssenkungen, die die Finanzierungskosten der Branche wieder senkten, sowie einer Erholung einzelner Geschäftszahlen nach Jahren des Gegenwinds. Im laufenden Jahr setzt sich dieser Trend mit einem weiteren Plus von 16,4 Prozent fort. Der Fonds profitiert dabei von dem weltweiten Ausbau von Solar- und Windkapazitäten, der wachsenden Bedeutung von Energiespeicherung sowie neuerdings auch dem stark steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren, der die Nachfrage nach Netzinfrastruktur und Stromversorgungslösungen zusätzlich antreibt.
SMA Solar, ON Semiconductor und Infineon: Drei Beispiele für die aktuelle Dynamik
Bei 61 enthaltenen Positionen dominiert kein einzelnes Unternehmen den Fonds. Die größten drei Positionen SMA Solar mit 2,63 Prozent, ON Semiconductor mit 2,40 Prozent und Infineon mit 2,33 Prozent liefern aber einen guten Einblick in die aktuelle Marktdynamik. Die Aktie von SMA Solar, einem deutschen Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen sowie zugehöriger Überwachungs- und Servicelösungen, hat im laufenden Jahr bereits 60 Prozent zugelegt, nachdem der Konzern von einem Verlust im Vorjahresquartal zu einem deutlichen Gewinn zurückgekehrt ist. Infineon, einer der größten europäischen Halbleiterkonzerne, legte im laufenden Jahr zudem um 50,9 Prozent zu, vor allem dank seines schnell wachsenden Geschäfts mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren, während sich das klassische Geschäft mit Auto- und Industriechips nur langsam von einer Lagerbestandsdelle erholt. ON Semiconductor, ein Anbieter von Leistungshalbleitern für Elektrofahrzeuge, Solarwechselrichter und Industrieanwendungen, legte mit 16,5 Prozent deutlich moderater zu, belastet von einer noch verhaltenen Nachfrageerholung im Auto- und Industriegeschäft.
Rücksetzer der vergangenen Monate als Einstiegschance?
Trotz dieser starken Jahreswerte verlor der Fonds in den vergangenen drei Monaten 14,4 Prozent, bei Infineon waren es sogar minus 30,9 Prozent. Auslöser war unter anderem ein branchenweiter Ausverkauf bei Halbleiterwerten im Sommer 2026, verstärkt durch Sorgen um Chinas Aufholjagd bei KI-Speicherchips sowie ein technischer Abwärtstrend, nachdem mehrere Aktien der Branche zuvor wichtige charttechnische Marken nach unten durchbrochen hatten. Bei Infineon selbst blieben die zugrunde liegenden Geschäftszahlen dabei durchgehend solide, der Konzern meldete zuletzt einen Rekordumsatz sowie eine für das kommende Quartal in Aussicht gestellte weitere Umsatz- und Margensteigerung, und die meisten Analysten sehen ihre Kursziele weiterhin deutlich über dem aktuellen Niveau. Das spricht eher für einen zwischenzeitlichen, sentimentgetriebenen Rücksetzer nach einer sehr starken Rally als für einen grundlegenden Bruch des seit 2025 bestehenden Aufwärtstrends. Entscheidend dürfte dabei sein, ob die im November anstehenden Quartalszahlen der wichtigsten Positionen die hohen Wachstumserwartungen rund um KI-Infrastruktur bestätigen können.
Warum die Schwankungsbreite im erwartbaren Rahmen bleibt
Die Volatilität liegt über ein, drei und fünf Jahre zwischen 21,6 und 23,6 Prozent, höher als bei einem breiter gestreuten ETF, aber ziemlich genau in dem Bereich, den man bei einem spezialisierten Themen-ETF erwarten würde. Neben den 61 Positionen mit vergleichsweise ähnlichen Einzelgewichtungen trägt dazu auch die regionale Streuung bei. Die USA kommen nur auf 28,5 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 10,4 Prozent, Spanien mit 10,3 Prozent, Japan mit 8,5 Prozent und Kanada mit 5,1 Prozent. Damit stammen bereits die vier größten Länder aus drei unterschiedlichen Kontinenten und Kanada rundet die Top 5 ab, ohne dass Nordamerika insgesamt zu dominant würde. Zu spürbaren Kursrückgängen kommt es bei diesem Fonds vor allem dann, wenn die Zinsen unerwartet wieder steigen, was die kapitalintensiven Geschäftsmodelle der Branche direkt belastet, sowie in Phasen wie den vergangenen Monaten, in denen sich Sorgen um einzelne Teilsegmente wie Halbleiter oder Solarnachfrage branchenweit auf die gesamte Zusammensetzung auswirken.
Für welche Anleger sich dieser Clean-Energy-ETF eignet
Der L&G Clean Energy UCITS ETF eignet sich für Anleger, die gezielt und vergleichsweise kostengünstig an der Erholung und dem langfristigen Ausbau erneuerbarer Energien teilhaben möchten, verstärkt durch den zusätzlichen Rückenwind aus dem steigenden Strombedarf der KI-Infrastruktur. Die breite Streuung über 61 Unternehmen aus mehreren Kontinenten sorgt dabei für ein im Themen-ETF-Vergleich ausgewogenes Risiko, ohne dass einzelne Unternehmen oder Regionen den Fonds dominieren. Wegen der grundsätzlichen Zinssensitivität der Branche sowie der jüngsten, aber vermutlich eher vorübergehenden Schwächephase eignet sich der aktuelle Kursrücksetzer für Anleger, die von den langfristigen Potenzialen erneuerbarer Energien überzeugt sind, womöglich als attraktiver Einstiegszeitpunkt.
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Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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