Infineon-Aktie deutlich schwächer - Analystenvotum belastet Chipwerte deutlich
Halbleiterwerte rücken am Dienstag nach einer Analyse von Morgan Stanley in den Anlegerfokus. Das gilt insbesondere für Infineon.
Werte in diesem Artikel
Die Infineon-Aktie wird von einer Abstufung auf "Equal-weight" belastet. Für die tags zuvor stark erholten Papiere ging es im XETRA-Handel letztlich um 3,85 Prozent auf 58,45 Euro abwärts.
Morgan Stanley-Analysten senken Daumen für Infineon-Aktie
Sie sind Opfer der von den Morgan Stanley-Experten ausgerufenen Selektivität, die in der Branche jetzt angesagt sei. Sie bleiben zwar insgesamt optimistisch angesichts der KI-bedingt starken Nachfrage und einer immer breiteren zyklischen Erholung.
Der Markt für Arbeitsspeicher (DRAM) nähere sich aber einem Höhepunkt und die Bewertungsdiskrepanz in der Branche vergrößere sich zunehmend, so die Experten Lee Simpson und Nigel van Putten. Bei Infineon sehen sie zunächst kaum noch Auftrieb für die Markterwartungen, auch wenn die strukturelle Chance durch Chips für KI-Rechenzentren grundsätzlich reizvoll bleibe. Sie gehen bei den Münchenern also an die Seitenlinie, liegen mit ihrem gesenkten Kursziel von 65 Euro aber immer noch über dem derzeitigen XETRA-Niveau. Große Kursrisiken signalisieren sie also nicht.
Andere Analysten optimistischer
Am Vortag hatten sich hingegen die deutsche Bank sowie Warburg Research positiv zu Infineon geäußert. Deutsche Bank Research hatte die Einstufung für Infineon mit einem Kursziel von 85 Euro auf "Buy" belassen, da das hohe Wachstumspotenzial über 2026 hinaus untermauert worden sei.
Das Analysehaus Warburg Research hat Infineon gestern beim unveränderten Kursziel von 84 Euro sogar von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Mit der Kurskorrektur sei die Bewertung gesunken, während sich das Geschäft mit Chips für KI-Rechenzentren beschleunige, urteilte Analyst Malte Schaumann. Die Markterwartungen hält er immer noch für zu vorsichtig.
Kurszielsenkungen für weitere Halbleitertitel
Für die Niederländer ASML und BE Semiconductor bleiben Lee Simpson und Nigel van Putten zwar optimistisch, kappten aber ihre Kursziele.
Frisches "Overweight"-Votum für US-Aktie Synopsys
Bei Synopsys sehen die Experten derweil eine gute Chance und raten zum Übergewichten im Portfolio. Das US-Unternehmen ist spezialisiert auf Designautomatisierung für Größen wie NVIDIA und Co.
Weitere Aufsteiger dank Analystenlob
Kaufempfehlungen der Citigroup trieben derweil die Aktien von KION und Nordex an. Hier ging es via XETRA um 6,78 Prozent auf 48,36 Euro respektive 0,2 Prozent auf 40,50 Euro aufwärts.
Die KION-Papiere bleiben damit auf Kurs in Richtung Charthürde bei 50 Euro. Citi-Analyst Martin Wilkie setzte für den Spezialisten für Warenlagerlogistik ein Kursziel von 62 Euro an und avisiert damit eine mögliche Rückkehr auf das Niveau vom Februar. Das Jahreshoch hatte sogar über 70 Euro gelegen. Wilkie ist optimistisch hinsichtlich KI in der Lagerautomatisierung. Zunächst könnte aber vor allem ein Aufschwung im Staplerzyklus die Aktien antreiben. Bessere deutsche Konjunkturdaten unter Berücksichtigung des Investitionspakets der Regierung deuteten 2027 auf eine Belebung hin. Konkurrenzsorgen aus China hält er für übertrieben, gerade im High-End-Segment.
Auch die Aktien des Wettbewerbers Jungheinrich zogen an und gehörten mit einem Kursplus von 3,32 Prozent bei 27,40 Euro zu den besten Werten im SDAX. Sie stehen bei der Citigroup ebenfalls auf "Buy". Thomas Zoller, Bettina Schneider, Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
Ausgewählte Hebelprodukte auf ASML NV
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf ASML NV
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: 360b / Shutterstock.com
