Notenbanken kaufen weiter

Goldpreis-Hausse noch lange nicht vorbei? Wo Experten die nächste Rally-Etappe sehen


Goldpreis-Hausse noch lange nicht vorbei? Wo Experten die nächste Rally-Etappe sehen

Nach einem Rückgang des Goldpreises wagt ein Wertpapierhaus einen Blick auf die nächste Etappe der Gold-Rally bis 2027.

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Rohstoffe

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  • TD Securities sieht Gold auf dem Weg zu neuen Höhen
  • Zentralbanken und ETFs kaufen trotz höherer Zinsen weiter
  • Analysten erwarten Kurse über 5.000 US-Dollar bis 2027
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Der Goldpreis ist zuletzt wieder auf rund 4.250 US-Dollar je Feinunze zurückgefallen, doch TD Securities sieht die Hausse keineswegs am Ende. Senior Commodity Strategist Ryan McKay erwartet eine neue Aufwärtsphase, die das Edelmetall bis 2027 über die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze tragen könnte. Gestützt wird diese Einschätzung von anhaltenden Käufen der Zentralbanken und stark wachsenden ETF-Beständen.

TD Securities erwartet neue Rally-Phase

TD Securities sieht laut Senior Commodity Strategist Ryan McKay die nächste Aufwärtsphase bei Gold bevorstehen. In einer von Kitco zitierten Analyse schrieb McKay, das Edelmetall habe sich trotz der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank robust gehalten und könnte angesichts wachsender Nachfrage von Investoren und Zentralbanken erneut auf Kurse jenseits von 5.000 US-Dollar je Feinunze zulaufen, mit Zielhorizont 2027.

Der Analyst verweist darauf, dass die traditionelle Beziehung zwischen Gold und Realzinsen aufgeweicht sei. Geopolitische Unsicherheit, Entdollarisierung, Sorgen um Währungsentwertung, verschlechternde Fiskalbedingungen und anhaltende Inflationsängste stützten die Investmentnachfrage unabhängig von der Zinsentwicklung. Zudem habe der Markt bereits drei zusätzliche Zinserhöhungen der Fed eingepreist, was ein asymmetrisches Aufwärtsrisiko schaffe, sollte die Notenbank diese Erwartungen nicht erfüllen.

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Zentralbanken und ETFs treiben die Gold-Nachfrage

Nach TD-Schätzungen haben globale Gold-ETFs seit Juli rund 6,3 Millionen Unzen akkumuliert, ohne dass die erneute Fed-Straffung die Nachfrage gebremst hätte. Zentralbanken kauften im Drei-Monats-Durchschnitt nahezu 70 Tonnen Gold pro Monat, wobei offizielle Käufer laut TD Securities zunehmend opportunistisch bei Kursrückgängen zugriffen. China bleibt dabei eine der stärksten Nachfragequellen: Die People's Bank of China habe seit 22 aufeinanderfolgenden Monaten Goldkäufe gemeldet, während chinesische Netto-Long-Positionen an der Shanghai Futures Exchange nahe ihrem seit 2017 gemessenen Höchststand lägen. BMO Capital Markets bezifferte Chinas Netto-Goldimporte im August auf 124,5 Tonnen, ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die diskretionäre spekulative Positionierung liege demnach Stand September rund 30 Prozent unter dem Hoch von 2022 und 50 Prozent unter dem geschätzten Rekordhoch von 2016, was aus Sicht der Analysten noch Spielraum für weitere Zuflüsse lässt.

Weitere Gold-Prognosen im Überblick

BMO Capital Markets teilt unterdessen laut Kitco die grundsätzlich bullishe langfristige Einschätzung und hält an der Prognose einer Rückkehr über 5.000 US-Dollar je Feinunze im ersten Quartal 2027 fest, sei kurzfristig aber vorsichtiger und habe die Zielspanne im Juni auf einen Durchschnitt von 4.625 US-Dollar für das zweite Halbjahr gesenkt. Standard Chartered erwartet laut Suki Cooper einen Durchschnittspreis von rund 4.650 US-Dollar im vierten Quartal und gehe davon aus, dass die Fed im Dezember noch einmal die Zinsen anhebe, die Geldpolitik danach aber bis 2027 unverändert lasse. Fidelity-Stratege Jurrien Timmer bezifferte den fairen Wert von Gold in einem Beitrag vom Montag auf rund 5.000 US-Dollar, gestützt auf ein Modell, das Gold stärker an die globale Liquidität als an Realzinsen koppelt.

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Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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