BDI erwartet wirtschaftliche Erholung erst 2022
BERLIN (Dow Jones)--Nach Schätzungen des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) wird sich die Wirtschaft von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erst 2022 wieder erholen. Erst dann werde wieder das Niveau vor der Krise erreicht, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang bei einem Digitalformat des SPD-Wirtschaftsforums. "Die Krise stellt definitiv die Industrie vor die größte Herausforderung seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland."
Sie bringe die Unternehmen nahe an die Schmerzgrenze und teilweise auch an die Existenzgrenze, so Lang. "Der Shutdown kostet die Volkswirtschaft derzeit einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag an Wertschöpfung pro Woche." Lang betonte, nach der jetzigen Phase der Eindämmung mit den Corona-Milliardenhilfen brauche es eine Konjunkturbelebung. Hier hatte der BDI bereits ein 6-Punkte-Programm sowie am Montag 66 Vorschläge zum Bürokratieabbau vorgelegt.
In der dritten Phase werde sich zwar die Mobilität von Arbeitskräften stabilisieren, aber es gebe noch immer eine weltweite Nachfrageschwäche. Dann bedarf es einer nationalen wirtschaftspolitischen Flankierung sowie langfristiger Maßnahmen für Wachstumsprogramme, so Lang.
Erst in der vierten Phase komme die Erholung. Dann fordert der BDI deutlich mehr öffentliche Investitionen und die Umsetzung der Industriestrategie 2030. Zugleich bremste Lang bei den Klimabemühungen der EU. Mit Blick auf den Green Deal brauche es eine "Neubewertung der Vorhaben".
Die BDI-Prognose deckt sich mit der Frühjahrprojektion der Bundesregierung, wonach die Wirtschaft erst Anfang 2022 das Vorkrisenniveau erreichen wird.
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May 26, 2020 08:29 ET (12:29 GMT)