BDI: Risiken für Industrieproduktion im Winter massiv
BERLIN (Dow Jones)--Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schlägt wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen Alarm und reduziert seine Prognose für das Produktionswachstum im verarbeitenden Gewerbe. Die Industrieproduktion würde durch Lieferengpässe erheblich behindert. Daher erwartet der BDI für das Jahr 2021 nur noch einen Anstieg der Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 4 Prozent - halb so viel wie bislang. Die deutsche Industrie müsse 2022 um 7,5 Prozent wachsen, um wieder auf Vorkrisenniveau zu gelangen, so der BDI.
"Die jüngste Entwicklung des internationalen Infektionsgeschehens erhöht die Risiken für die Industrieproduktion in diesem Winter massiv. Schon ohne neue öffentliche Corona-Beschränkungen ist eine erneute spürbare Kaufzurückhaltung zu befürchten", warnte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Zum Glück seien die Auftragsbücher in vielen Branchen momentan noch gut gefüllt.
Insgesamt leide aber die deutsche Industrie unter einer im internationalen Vergleich "besonders großen Lücke" zur Vorkrisenproduktion. Diese Lücke erreicht für die beiden Jahre 2020 und 2021 gut 11 Prozent, so die Berechnungen des BDI.
"Kein anderes Industrieland muss eine so starke Einbuße verkraften", erklärte Lang. Frankreich habe fast 8 Prozent, die USA etwas mehr als 7 Prozent verloren, das Vereinigte Königreich rund 5 und Italien etwa 4 Prozent.
Nach den Erwartungen des BDI werden die weltweiten Warenexporte in diesem Jahr um 10 Prozent steigen und trotz Corona ein neues Allzeithoch erreichen. Die Warenexporte aus den entwickelten Volkswirtschaften legen mit voraussichtlich rund 8 Prozent nicht ganz so stark zu wie die aus den Schwellenländern mit 12 Prozent, so die Prognose des BDI.
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November 22, 2021 03:43 ET (08:43 GMT)