Belastungsfaktoren

Deutsche Wirtschaft von Irankrieg und Reformschwäche nach gutem Jahresstart ausgebremst


Deutsche Wirtschaft von Irankrieg und Reformschwäche nach gutem Jahresstart ausgebremst

Der Irankonflikt und eine spürbare Reformschwäche haben aus Sicht des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ausgebremst.

Nach einem guten Start der deutschen Wirtschaft in das Jahr hinein hätten sich die Perspektiven für Wachstum und Inflation seit Ende Februar deutlich verschlechtert, erklärte das Institut. Die Konjunkturexperten senkten ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,7 (zuvor: 0,8) Prozent und für 2027 auf 1,3 (1,5) Prozent.

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Nahost-Konflikt als größter Belastungsfaktor

Belastungsfaktoren seien hauptsächlich der Irankrieg - insbesondere die unerwartet lang andauernde Sperrung der Straße von Hormus - sowie eine erratische US-Zollpolitik, die die deutschen Exportaktivitäten spürbar dämpfe. Zudem belasteten hausgemachte Probleme die Stimmung, da der Reformprozess nur langsam vorankomme und von Unstimmigkeiten innerhalb der Koalitionsregierung überlagert werde.

Die weitere Entwicklung im Irankonflikt sei unklar und die anstehenden Reformen bärgen anhaltendes Konfliktpotenzial. Das HWWI gehe in seiner Prognose davon aus, dass die Straße von Hormus bald wieder passierbar wird und die Öl- und Gaspreise nachgeben. Dennoch werde die Energieverteuerung noch einige Zeit nachwirken und die gedämpfte Stimmung bei Investoren und Verbrauchern vorerst für Zurückhaltung sorgen.

Impulse kämen lediglich von den staatlichen Konsumausgaben und den Fiskalprogrammen für Infrastruktur und Verteidigung. Eine spürbare Erholung der deutschen Wirtschaft setzt laut dem Institut voraus, dass der Irankrieg beendet und eine konsequentere Reformpolitik betrieben wird.

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Inflation zieht an

Begleitet werde diese Entwicklung von einem deutlichen Inflationsschub. Die Verbraucherpreise bewegten sich zuletzt auf 3 Prozent zu, getrieben durch die gestiegenen Energiepreise. Obwohl ein Tankrabatt den Preisauftrieb zunächst gebremst habe, seien weitere Kostensteigerungen zu erwarten. Das HWWI geht jedoch davon aus, dass die Inflationsrate bald ihren Höhepunkt überschreitet und sich im Jahresdurchschnitt 2026 bei etwas mehr als 2,5 Prozent einpendelt, bevor sie sich 2027 wieder der Marke von 2 Prozent nähert.

"Diese Prognose birgt erhebliche Risiken in sich. Die weitere Entwicklung im US-Iran-Konflikt ist offen. Eine noch längere Sperrung der Straße von Hormus würde die Wachstumschancen weiter reduzieren und die Inflationsgefahren erhöhen. Auch mehren sich die Zweifel, dass die Koalitionsregierung die angekündigten Strukturreformen konsequent umsetzt und die Sonderverschuldungsmöglichkeiten für zusätzliche Investitionen nutzt", warnte das HWWI.

DJG/apo/kla

Von Andreas Plecko

DOW JONES

Bildquellen: gopixa / Shutterstock.com

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