Berenberg: EZB übertreibt Inflationsrisiken


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding hat seine Prognose für das Wachstum im Euroraum 2023 auf 0,7 (bisher: 0,5) Prozent angehoben und rechnet jetzt damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinserhöhungen im aktuellen Straffungszyklus bei 3,50 (3,25) Prozent beenden wird. Allerdings sieht Schmieding auch die Gefahr, dass die EZB ihre Zinsen bis auf 4,00 Prozent anheben könnte, weil sie die Inflationsrisiken anders als er beurteilt.

Werbung

Der Ökonom macht das an folgenden Punkten fest: Die EZB prognostiziere erstens für 2024 3,4 Prozent Inflation, er selbst nur 2,4 Prozent, was geringere Zweitrundeneffekte über die Löhne erwarten lasse. Zweitens unterstelle die EZB für 2023 ein Produktivitätswachstum von nur 0,1 Prozent, er aber 0,5 Prozent. Drittens unterstellt die EZB Schmieding zufolge, dass die Inflation 2024 und 2025 wegen wegfallender staatlicher Stützungsmaßnahmen um 0,7 und 0,5 Prozentpunkte höher ausfallen werde. "Aber die Future-Preise für Gas sind stark gesunken", merkt Schmieding an.

Er rechnet damit, dass die EZB ihre Inflationsprognosen im März, spätestens Juni senken wird. "Die 'Tauben' im Rat werden dann lauter den im Dezember von den 'Falken' signalisierten Zinspfad in Frage stellen."

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.