Bewertungsalarm

S&P 500 vor Belastungsprobe: Trumps Kurs bringt die Fed in Bedrängnis – und bedroht die Börsenrally


S&P 500 vor Belastungsprobe: Trumps Kurs bringt die Fed in Bedrängnis – und bedroht die Börsenrally

Die Bewertung des US-Leitindex nähert sich einem historischen Extrem, während Trumps Politik die Notenbank vor ein Dilemma stellt.

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  • CAPE-Kennzahl des S&P 500 liegt nahe Rekordhoch von 1999
  • US-Inflation steigt im Juli auf 3,4 Prozent, Fed-Zinssenkung wird schwerer
  • Zehnjahresrendite bei 4,80 Prozent belastet Kreditkosten und Technologiewerte
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Der US-Leitindex S&P 500 hat sich seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2024 um 33 Prozent verteuert, doch die zugrunde liegende Bewertung erreicht mittlerweile ein historisches Extrem. Das konjunkturbereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis, auch als CAPE-Kennzahl oder Shiller-KGV bekannt, notiert bei 41,4 und damit weit über dem langjährigen Schnitt von 17,4, wie The Motley Fool berichtet. Nur 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, lag der Wert mit 44 noch höher. Gleichzeitig sorgt die eskalierende Lage im Nahen Osten für steigende Inflation, was der US-Notenbank Zinssenkungen erschwert und die Kreditkosten für Unternehmen und Privathaushalte in die Höhe treibt.

Trumps Widerspruch zwischen Zielen und Wirkung

Unter Trump entfernt sich die US-Wirtschaftspolitik zunehmend von den erklärten Zielen der Regierung, darunter eine niedrigere Inflation und ein Abbau der Staatsverschuldung. Der Krieg im Iran ließ die US-Inflationsrate im Juli auf 3,4 Prozent im Jahresvergleich steigen, deutlich über dem Zielwert der Federal Reserve von 2 Prozent. Eine anhaltend hohe Teuerung erschwert es der Notenbank, niedrigere Leitzinsen zu rechtfertigen, denn günstigere Kredite würden zwar die Konjunktur stützen, könnten aber den Preisauftrieb zusätzlich befeuern. Die Türkei zeigt, wie das ausgehen kann: Zwischen 2021 und 2023 senkte das Land trotz hoher Inflation die Zinsen und verschärfte damit eine Krise der Lebenshaltungskosten, mit der es bis heute kämpft.

Trump droht nun damit, den Handel mit Ländern einzustellen, die einen Handelsüberschuss gegenüber den USA aufweisen, sollte die Federal Reserve die Zinsen nicht senken. Eine solche Maßnahme dürfte die Inflation eher zusätzlich anheizen, statt Zinssenkungen wahrscheinlicher zu machen.

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Anleihemarkt und Bewertung senden Warnsignale

Historisch orientierte sich der Aktienmarkt stärker an Unternehmensgewinnen und Innovationen als an politischen Entscheidungen direkt. Dennoch mehren sich Anzeichen, dass Trumps Kurs zunehmend auf die Realwirtschaft durchschlägt. Am deutlichsten zeigt sich die Nervosität am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 4,80 Prozent und markiert damit den risikofreien Zins der US-Wirtschaft. Steigt diese Rendite, verteuern sich Kredite für Unternehmen und Privathaushalte gleichermaßen, was den Technologiesektor besonders trifft, der derzeit hunderte Milliarden US-Dollar in den Aufbau von KI-Rechenzentren investiert. Verschärft wird das Risiko durch die historisch hohe Bewertung des S&P 500 selbst.

Was Anleger jetzt beachten sollten

Langfristig gilt am Aktienmarkt meist: "Langfristiges Investieren ist besser, als den Markt zu timen", so The Motley Fool weiter. Zwar steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur, doch der genaue Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen, was das Risiko birgt, zu früh zu verkaufen. Gleichzeitig scheinen sich Trumps politische Entscheidungen eher zu verschärfen als zu beruhigen. Wer sein Depot absichern will, kann auf profitable, moderat bewertete Unternehmen setzen, deren Kurse vergleichsweise wenig Abwärtspotenzial haben, oder etwas Liquidität zurückhalten, um bei einem deutlichen Rückgang der Kurse in den kommenden Monaten nachkaufen zu können.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Federal Reserve angesichts der Teuerung von 3,4 Prozent an ihrem Kurs festhält oder dem politischen Druck aus dem Weißen Haus nachgibt.

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Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Drew Angerer/Getty Images, conrado / Shutterstock.com

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