SAP-Aktie vor Quartalszahlen: Was Morningstar von Cloud und Marge erwartet
Vor den Halbjahreszahlen richten sich Anleger auf Cloud-Wachstum, den Krieg im Iran und die Marge der SAP-Aktie aus.
- Morningstar taxiert den fairen Wert der SAP-Aktie auf 265 Euro bei fünf Sternen
- Konsens erwartet 22 Prozent Cloud-Umsatzwachstum im zweiten Quartal
- SAP bremst laut Bloomberg Neueinstellungen, um Mittel in KI umzuleiten
SAP legt seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 am Donnerstag nach US-Börsenschluss vor. Morningstar-Analyst Rob Hales taxiert den fairen Wert der SAP-Aktie auf 265 Euro und vergibt die Bestnote von fünf Sternen, verbunden mit einem breiten Burggraben und einem mittleren Unsicherheitsrating. Im Fokus der Anleger stehen vor allem das Cloud-Wachstum, mögliche Folgen des Kriegs im Iran und ein etwaiger Wandel der Margenprognose.
SAP-Aktie: Cloud-Wachstum und Auftragsbestand als Prüfstein
Für das zweite Quartal rechnet der Konsens mit einem Cloud-Umsatzwachstum von 22 Prozent. Beim Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, einer weiteren Schlüsselgröße, erwartet der Markt ein Wachstum von rund 23 bis 24 Prozent. Das wäre etwas langsamer als das Tempo von 25 Prozent, das SAP im Jahr 2025 vorgelegt hatte. Beide Kennziffern gelten laut Morningstar als entscheidend dafür, ob die Wachstumsstory des Softwarekonzerns intakt bleibt.
Speicherpreise und die IBM-Warnung als Signal
Steigende Preise für Speicherhardware lenken den Blick der Anleger darauf, ob Kunden ihre IT-Budgets zulasten von Software und zugunsten von Hardware verschieben. Morningstar verweist in diesem Zusammenhang auf die IBM-Aktie als "Kanarienvogel in der Kohlengrube": Nach einer jüngsten Gewinnwarnung war deren Kurs um rund 25 Prozent eingebrochen. Ein ähnliches Muster bei SAP-Kunden würde als Warnsignal für die gesamte Softwarebranche gelten.
Iran-Krieg, Energiekosten und Marge im Blick
SAPs Kundenstamm ist stark im verarbeitenden Gewerbe verankert, das besonders sensibel auf den Krieg im Iran und steigende Energiekosten reagiert. Aussagen zu spürbar längeren Verkaufszyklen würden nach Einschätzung von Morningstar Zweifel an der Jahresprognose 2026 nähren und dürften den Kurs empfindlich treffen. Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt der Marge: Bloomberg berichtete im Laufe des Quartals, SAP schränke Neueinstellungen außerhalb des KI-Bereichs sowie Dienstreisen ein, um die freiwerdenden Mittel gezielt in KI-Investitionen zu lenken.
Am Donnerstag dürfte deshalb weniger die reine Wachstumszahl den Ausschlag geben als der Ton des Managements zu Auftragsbestand, Kundenverhalten und Investitionsprioritäten.
Alexandra Hesse, Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Fair-Value-Schätzungen, Ratings und Analystenmeinungen sind Einschätzungen einzelner Häuser und keine Garantie für die künftige Kursentwicklung.
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