DroneShield-Aktie zieht kräftig an: Neuer US-Rahmenvertrag im dreistelligen Millionenbereich
Der US-Behördenverbund JIATF-401 hat DroneShield einen dreijährigen Rahmenvertrag zugesprochen, doch ein erster Einzelauftrag steht noch aus.
Werte in diesem Artikel
- US-Heimatschutzbehörde setzt weiter auf Counter-UAS-Technologie
- Rahmenvertrag läuft mehrere Jahre, konkrete Einzelaufträge fehlen noch
- Wachstum trifft auf offene ASIC-Prüfung und operative Verluste
DroneShield, ein auf Counter-UAS-Technologie spezialisierter Anbieter aus Australien, hat von der US-Behörde JIATF-401 einen Rahmenvertrag für das Domestic-Shield-Programm erhalten. Der IDIQ-Vertrag läuft über drei Jahre und kann ein Volumen von bis zu 500 Millionen US-Dollar erreichen, ein konkreter erster Einzelauftrag steht jedoch noch aus.
Neuer Rahmenvertrag mit dem US-Heimatschutz
Die Vereinbarung reiht DroneShield in eine Gruppe von Anbietern ein, die JIATF-401 im Rahmen des Domestic-Shield-Programms mit ähnlichen Rahmenverträgen ausgestattet hat: Bereits Ende Juli hatte die Behörde dem IT- und Rüstungsdienstleister CACI International einen IDIQ-Vertrag mit derselben Obergrenze von 500 Millionen US-Dollar zugesprochen, auch der Hersteller AeroVironment erhielt im selben Programm einen vergleichbaren Auftrag. Nate Webb, Director of Strategic Partnerships bei DroneShield, erklärte in der entsprechenden Pressemitteilung, die Abwehr kleiner unbemannter Luftfahrzeuge sei eine dringende Anforderung der Heimatverteidigung. US-Brigadegeneral Matt Ross, Direktor von JIATF-401, betonte, die Behörde arbeite kontinuierlich mit Industriepartnern zusammen, um Counter-UAS-Fähigkeiten zum Schutz von Soldaten und Einrichtungen bereitzustellen.
DroneShield hatte die operative Basis für den Vertrag bereits vorbereitet: Das Unternehmen lieferte zuvor das System DroneSentry-X Mk2 für Anforderungen von JIATF-401 und meldete die Installation der Technik auf Infantry Squad Vehicles. Zudem ist DroneShield auf dem JIATF-401 Counter-UAS Marketplace vertreten. Das Unternehmen kündigte an, wesentliche Einzelaufträge im Rahmen des IDIQ-Vertrags künftig gemäß den geltenden Offenlegungspflichten gesondert bekanntzugeben.
Wachstum trifft auf roten Verlustausweis
Der neue Auftrag trifft auf ein Unternehmen, das im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 125,8 Millionen australischen Dollar meldete, ein Plus von 74 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Der wiederkehrende Umsatz stieg auf 11,5 Millionen australischen Dollar, getragen von einer auf 4.100 Geräte gewachsenen Basis softwarefähiger Systeme. Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte DroneShield eine Umsatzprognose von 250 bis 270 Millionen australischen Dollar, gestützt auf einen gebuchten Umsatz von 240 Millionen australischen Dollar zum 21. August 2026.
Zugleich weitete sich der bereinigte EBITDA-Verlust auf 12,4 Millionen australischen Dollar aus, nach einem Gewinn von 8,0 Millionen australischen Dollar im Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Verlust nach Steuern von 32,2 Millionen australischen Dollar. Parallel dazu läuft eine Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC zu früherer Handelsaktivität und Marktmeldungen des Unternehmens, deren Ausgang weiter offen ist.
Anleger-Einordnung: Hoffnung trifft auf operative Realität
Anleger sollten den neuen Rahmenvertrag mit Vorsicht und Bedacht bewerten. Zwar unterstreicht der IDIQ-Vertrag die technologische Relevanz von DroneShield im Wachstumsfeld der Drohnenabwehr, doch garantiert das Abkommen ohne konkrete Abrufe zunächst weder Umsätze noch Gewinne. Angesichts des ausgeweiteten EBITDA-Verlusts und der noch offenen Untersuchungen der australischen Finanzaufsicht ASIC dürfte die Aktie stark volatil bleiben; erst erste konkrete Einzelaufträge im Rahmen des Domestic-Shield-Programms könnten für eine nachhaltige fundamentale Erholung sorgen.
Anleger an der Börse in Sydney zeigen sich in einer ersten Reaktion trotz aller Unsicherheiten erfreut und schicken die DroneShield-Aktie zeitweise um 6,35 Prozent auf 1,718 australische Dollar nach oben.
Personelle Weichenstellungen bei DroneShield
Im Umfeld des Rahmenvertrags baute DroneShield auch die Führungsebene aus: Am 10. September berief das Unternehmen mit Rebecca Lowde, zuvor Finanzchefin bei Afterpay und MYOB, eine neue Chief Financial Officer. Es folgten die Eröffnung eines Forschungsstandorts in Adelaide sowie die Berufung von Lynne Saint als unabhängige Non-Executive Director am Montag.
Der TipRanks-Analystenkonsens auf Basis von vier Einstufungen liegt bei Hold (2x Buy, 2x Sell). Das mittlere Kursziel liegt bei 1,99 australischen Dollar, die Spanne reicht von 1,45 bis 2,60 australischen Dollar.
Für die weitere Einordnung dürfte entscheidend sein, ob DroneShield aus dem neuen Rahmenvertrag zeitnah einen ersten konkreten Einzelauftrag meldet und wie sich die Aufsichtsbehörde ASIC zu ihrer laufenden Prüfung positioniert.
Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Droneshield
