DroneShield-Aktie nach dem Kursrutsch: Was Investoren nun wissen müssen
Nach einem deutlichen Kursrückgang stellt sich für DroneShield-Anleger die Frage, wie attraktiv die Bewertung jetzt wirklich ist.
Werte in diesem Artikel
- DroneShield-Aktie seit Rekordhoch deutlich zurückgekommen
- Umsatz wächst im Halbjahresbericht kräftig, doch die Profitabilität leidet
- DroneShield baut die europäische Fertigung aus und stärkt die Marktposition
Die DroneShield-Aktie schloss heute in Sydney 0,29 Prozent leichter bei 1,745 Australischen Dollar. Seit Jahresbeginn ging es bereits um über 43 Prozent abwärts. Nach diesem kräftigen Rückgang rückt für Anleger eine andere Frage in den Vordergrund als der Kursverlauf selbst: Wie attraktiv ist die Bewertung des Drohnenabwehrspezialisten inzwischen gemessen an seinem operativen Geschäft.
Wachstum bleibt intakt, Profitabilität leidet
Zuletzt wies DroneShield für die ersten sechs Monate einen Umsatz von 125,8 Millionen australischen Dollar aus, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf der Ergebnisseite drehte das Unternehmen von einem Gewinn von 2,1 Millionen australischen Dollar im Vorjahr auf einen Verlust nach Steuern von 32,2 Millionen australischen Dollar. Das bereinigte EBITDA rutschte von plus 8,0 Millionen auf minus 12,4 Millionen australische Dollar. Als Gründe nannte das Management den Aufbau neuer Produktionskapazitäten, die Einführung neuer Unternehmenssysteme und den gezielten Ausbau der Belegschaft.
Europäische Fertigung und Software als Wachstumshebel
DroneShield hat in diesem Jahr einen europäischen Hauptsitz in Amsterdam eröffnet und in Europa mit der Fertigung von Drohnenabwehrsystemen begonnen, die überwiegend auf eine europäische Lieferkette setzt. Verteidigungskunden legen bei solchen Anschaffungen häufig Wert auf lokale Fertigung und Versorgungssicherheit, sodass die europäische Produktion helfen könnte, Aufträge zu gewinnen, die von Australien aus schwerer zu erreichen wären. Parallel dazu aktualisiert das Unternehmen fortlaufend seine Software, um auf schnellere Drohnen, wechselnde Frequenzen und ausweichende Bedrohungen zu reagieren, was sowohl neue Systemverkäufe als auch die weitere Softwareentwicklung stützen könnte.
Auch in Australien selbst pflegt DroneShield seine Position als sicherheitspolitisch verankerter Anbieter: Heute kündigte das Unternehmen seine Unterstützung der 3 Wing Australian Air Force Cadets an, mit der es nach eigenen Angaben zur Entwicklung künftiger Fach- und Führungskräfte in Verteidigung, Luftfahrt und Technik beitragen will.
Bewertung bleibt anspruchsvoll
Auch nach dem Kursrückgang lässt sich die Bewertung von DroneShield nicht von den Risiken trennen, die mit einem margenschwachen, schnell wachsenden Rüstungstechnologieunternehmen einhergehen. Aufträge im Verteidigungssektor werden häufig unregelmäßig vergeben, Beschaffungsprozesse können sich über Monate hinziehen, und der Wettbewerb im Markt für Drohnenabwehr nimmt zu, da weitere Anbieter in dieses Segment drängen. Zugleich bleibt DroneShield ein Unternehmen, dessen Bewertung stark von künftigem statt bereits realisiertem Gewinn getragen wird, was die Aktie anfällig für Enttäuschungen bei künftigen Quartalsergebnissen macht.
DroneShield-Aktie: Analysten uneins - zwischen Kaufsignal und Warnung
Unter den Analysten fällt das Bild gespalten aus. Canaccord Genuity stuft die Aktie mit einem Kursziel von 2,60 australischen Dollar auf Buy, Bell Potter siedelt sein Kursziel bei 2,40 australischen Dollar ebenfalls mit Buy an. Ord Minnett sieht dagegen bei einem Kursziel von 1,50 australischen Dollar Sell, Jefferies bei 1,45 australischen Dollar ebenso.
Der Konsens aus vier Häusern liegt bei einem mittleren Kursziel von 1,99 australischen Dollar, die Spanne reicht von 1,45 bis 2,60 australischen Dollar.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Droneshield