DroneShield-Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief: Wie belastbar ist die Trendwende?
Nach einem frischen 52-Wochen-Tief setzt die DroneShield-Aktie zur Gegenbewegung an, doch Analysten bleiben gespalten.
Werte in diesem Artikel
- Kräftige Erholung nach 52-Wochen-Tief
- Halbjahreszahlen zeigen Wachstum bei sinkender Profitabilität
- Analysten bewerten die Aktie weiterhin uneinheitlich
Die DroneShield-Aktie hat sich am Freitag im Heimathandel in Sydney mit einem Plus von 4,80 Prozent auf 1,745 Australische Dollar, nachdem sie tags zuvor auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 1,625 Australische Dollar gefallen war. Der Hersteller von Drohnenabwehrtechnik hatte Ende August dieses Jahres zwar starkes Umsatzwachstum gemeldet, verzeichnete zugleich aber einen Gewinneinbruch und eine laufende Untersuchung der Aufsichtsbehörde ASIC. Die Gegenbewegung wirft die Frage auf, ob der monatelange Abwärtstrend damit gebrochen ist.
Warum die DroneShield-Aktie seit Jahresbeginn unter Druck steht
Auf Jahressicht steht bei DroneShield trotz des heutigen Kurssprungs ein Minus von rund 43 Prozent zu Buche. Den Grundstein für den Vertrauensverlust legte der November vergangenen Jahres, als der damalige Vorstandschef Oleg Vornik gemeinsam mit Verwaltungsratschef Peter James und Direktor Jethro Marks Aktienpakete im Gesamtwert von knapp 70 Millionen australischen Dollar verkaufte. Die australische Finanzaufsicht ASIC leitete daraufhin am 12. Mai dieses Jahres eine Untersuchung zu den Marktmeldungen jener Wochen und dem zeitlichen Zusammenhang mit den Insider-Verkäufen ein, an deren Tag die Aktie zweistellig einbrach. Seither begleitet die schwebende Untersuchung den Kurs, verstärkt durch eine der höchsten Shortquoten im gesamten australischen Aktienmarkt.
Wachstum trifft auf Gewinneinbruch: Was der Halbjahresbericht zeigt
Die am 26. August veröffentlichte Halbjahresbilanz zeigt ein gemischtes Bild. Das auf Drohnenabwehrtechnik spezialisierte australische Unternehmen wies für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 125,8 Millionen australischen Dollar aus, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das gesicherte Auftragsvolumen für das Gesamtjahr bezifferte DroneShield zum Stichtag 21. August 2026 auf 240 Millionen australische Dollar, nachdem bereits am 28. Juli dieses Jahres die Umsatzguidance für 2026 auf eine Spanne von 250 bis 270 Millionen australische Dollar angehoben worden war.
Zugleich drehte das operative Geschäft ins Minus: Der Halbjahresverlust nach Steuern lag bei 32,2 Millionen australischen Dollar, nach einem Gewinn von 2,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sank von 65,3 auf 60,0 Prozent, das zugrunde liegende EBITDA drehte von plus 8,0 auf minus 12,4 Millionen australische Dollar, während die liquiden Mittel von 203,8 auf 180,0 Millionen australische Dollar zurückgingen.
State Street meldet höhere Beteiligung
Nebenschauplatz ist eine Meldung von State Street zur Veränderung wesentlicher Beteiligungen an DroneShield. Die aus mehreren Tochtergesellschaften bestehende Gruppe um State Street Bank and Trust Company hält demnach nun eine Stimmrechtsbeteiligung von 7,74 Prozent, nach 6,41 Prozent zum Stand der vorherigen Mitteilung von Anfang Juni. Der überwiegende Teil dieser Anteile entfällt auf die Rolle als Depotbank und Indexfonds-Verwalter, ergänzt um Wertpapierleihgeschäfte, wie aus der Aufstellung der einzelnen Positionen hervorgeht. Ein solcher Anstieg lässt sich daher kaum als gezielte Kaufentscheidung eines aktiven Investors lesen.
Analysten uneins über die DroneShield-Aktie
Unter den vier Analysten, die den Titel aktuell beobachten, herrscht Uneinigkeit: Der Konsens gilt laut TipRanks als neutral, mit zwei Kauf- und zwei Verkaufsvoten. Canaccord Genuity vergab am 27. August ein Kursziel von 2,60 australischen Dollar mit der Einstufung "Buy", Bell Potter sah am selben Tag ein Kursziel von 2,40 australischen Dollar, ebenfalls mit "Buy". Jefferies stufte die Aktie dagegen mit "Sell" und einem Kursziel von 1,45 australischen Dollar ein, Ord Minnett mit "Sell" und 1,50 australischen Dollar. Das mittlere Kursziel liegt bei 1,97 australischen Dollar, die Spanne reicht von 1,44 bis 2,58 australischen Dollar.
Was der Kurssprung für Anleger bedeutet
Der heutige Anstieg ändert wenig an der grundsätzlichen Gemengelage: Auf der einen Seite steht ein Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 74 Prozent und einem gesicherten Auftragsbestand von rund 240 Millionen australischen Dollar per Ende August, auf der anderen Seite ein noch ungeklärtes ASIC-Verfahren, eine hohe Shortquote und ein Halbjahresverlust, der auf die kostspielige Investitionsphase des Unternehmens verweist. Ob aus dem heutigen Plus mehr wird als eine technische Gegenbewegung, dürfte sich erst zeigen, wenn Klarheit über den Ausgang der ASIC-Untersuchung besteht oder die für die zweite Jahreshälfte erwartete Entscheidung über die europäische RE-ARM-Konsortialbeteiligung fällt.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Droneshield