DroneShield-Aktie springt hoch: Ist das der Beginn der von Anlegern erhofften Trendwende?
Nachdem die DroneShield-Aktie kürzlich noch ein 52-Wochen-Tief markierte, geht es am Donnerstag für das stark geshortete Papier kräftig hoch. Doch die Chartlage bleibt angespannt.
Werte in diesem Artikel
- Praxistest beim US-Militär sorgt für Kursauftrieb
- Hoher Short-Interest nährt Spekulationen über Eindeckungen
- Charttechnik zeigt erste Stabilisierung, aber keine klare Wende
Die DroneShield-Aktie kann am Donnerstag an der australischen Börse in Sydney kräftig zulegen und klettert um 6,77 Prozent auf 1,735 AUD. Bereits am Vortag hatte das Papier um 1,56 Prozent zugelegt und damit eine mehrtägige Verlustserie beendet, die die Rüstungsaktie zuvor bis auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 1,57 AUD nach unten geführt hatte. Der Hersteller von Drohnenabwehrsystemen ist einer der am stärksten geshorteten Werte am australischen Markt. Die aktuellen Kursgewinne könnten Leerverkäufer womöglich zur Eindeckung zwingen und den Aktienkurs so weiter nach oben treiben.
Militärauftrag und hoher Anteil an Leerverkäufen als Kurstreiber
DroneShield hatte in dieser Woche mitgeteilt, dass Installation und Abnahme des Systems DroneSentry-X Mk2 auf US-Militärfahrzeugen im Rahmen des Programms Joint Interagency Task Force 401 abgeschlossen seien, und zwar bereits rund 80 Tage nach Vertragsvergabe. Nate Webb, Director of Strategic Projects bei DroneShield, erklärte laut Unternehmensmitteilung, das Team habe in dieser Zeit den gesamten Prozess von der Auftragsvergabe über Lieferung und Fahrzeugeinbau bis zur Abnahmeprüfung im Live-Betrieb gegen Drohnen sowie die Bedienerschulung durchlaufen. Unter dem bestehenden Vertrag sollen zudem drei weitere Systeme installiert werden.
Der heutige Kurssprung dürfte nun laut "Market Matters" eine Mischung aus echten Käufen wegen des Vertragsmeilensteins und der Eindeckungen von Leerverkäufern widerspiegeln. DroneShield zählt laut jüngsten Daten der Australian Securities & Investments Commission (ASIC) mit einem Short-Interest von 15,98 Prozent zu den am stärksten geshorteten Titeln am australischen Aktienmarkt. Geht die Wette auf fallende Kurse jedoch nicht auf, da die Aktie deutlich steigt, müssen die Shortseller offene Positionen glattstellen, indem sie das Papier nachkaufen. Aufwärtsbewegungen können dadurch noch verstärkt werden.
Charttechnik macht Anlegern Hoffnung - aber noch keine Bestätigung für Trendwende
Anleger sollten jedoch trotz des heutigen Kurssprungs beachten, dass sich der Kurs der DroneShield-Aktie bereits seit Monaten in einem ausgeprägten Abwärtstrend befindet, seit Jahresbeginn hat das Papier rund 43,5 Prozent an Wert verloren. "Market Matters" ist daher gegenüber DroneShield angesichts der heutigen Aufwärtsbewegung zwar nicht mehr bearish eingestellt, ziehe aber noch keinen Kauf "der umstrittenen Aktie" in Betracht.
Laut einer Chartanalyse von "sharedeals.de" endeten zuletzt mehrere Erholungsversuche der DroneShield-Aktie an zunehmend tieferen Hochpunkten. Erste Signale bei RSI und MACD deuten laut der Analyse jedoch auf eine Stabilisierung hin, eine bestätigte Trendwende sehen die Analysten des Portals darin jedoch noch nicht. "Für eine kurzfristige Stabilisierung müsste der Kurs nun oberhalb von 1,60 AUD bleiben und anschließend den Bereich um 1,85 AUD zurückerobern. Darüber könnten 2,20 sowie 2,65 bis 3,05 AUD als nächste Widerstände in den Fokus rücken", heißt es.
Die Analysteneinschätzungen zu DroneShield von Ende August zeigen ein geteiltes Bild: Canaccord Genuity und Bell Potter hatten den Titel mit Kaufempfehlungen und Kurszielen von 2,60 beziehungsweise 2,40 australischen Dollar eingestuft, während Ord Minnett und Jefferies mit Verkaufsempfehlungen und Kurszielen von 1,50 beziehungsweise 1,45 australischen Dollar vorsichtiger geblieben waren.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Droneshield