Bund plant Einstieg

KNDS-Aktie im Fokus - Rüstungskonzern hält unbeirrt an Fahrplan für Börsengang fest


KNDS-Aktie im Fokus - Rüstungskonzern hält unbeirrt an Fahrplan für Börsengang fest

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS treibt seine Börsenpläne trotz politischer Vorbehalte aus Berlin weiter voran und hält unverändert an seinem ursprünglichen Zeitplan fest.

• KNDS plant den Börsengang weiterhin ohne zeitliche Verschiebung
• Deutsche Bundesregierung hatte auf mehr Zeit für Gespräche gedrängt
• Börsengang mit politischer Brisanz

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Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS plant seinen Börsengang weiterhin ohne Verzögerung. So erklärte Vorstandschef Jean-Paul Alary laut einer Mitteilung: "KNDS setzt die Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang gemäß dem ursprünglichen Zeitplan fort - mit der vollen Unterstützung der Anteilseigner und des Verwaltungsrats."

Das Unternehmen prüfe weiterhin "das frühestmögliche geeignete Marktfenster" für den Börsengang, so der Manager. Medienberichte, wonach die Bundesregierung auf eine Verschiebung bis Herbst gedrängt habe, wies KNDS damit indirekt zurück.

Die deutsche Bundesregierung hatte wohl auf eine spätere Umsetzung des Börsengangs gehofft, um mehr Zeit für Gespräche über einen möglichen Einstieg des Bundes zu gewinnen. KNDS hält jedoch an den bestehenden Planungen fest und lässt sich davon bislang nicht beeinflussen.

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KNDS-IPO gilt als strategisch sensibel

Der geplante Börsengang von KNDS besitzt erhebliche politische Tragweite. Der Hersteller von Waffensystemen wie dem Kampfpanzer Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000 ist aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Unternehmens Nexter entstanden und zählt zu den wichtigsten europäischen Rüstungskonzernen.

Besonders sensibel ist die Eigentümerstruktur. Die bisherigen Eigentümerfamilien auf deutscher Seite verfolgen seit längerem Pläne für einen schrittweisen Rückzug. Dadurch wächst in Berlin die Sorge vor einem möglichen Machtverlust auf deutscher Seite.

Die Bundesregierung begründet ihr Interesse mit dem Schutz nationaler Sicherheitsinteressen und dem Einfluss auf zentrale militärische Technologien. KNDS selbst signalisiert Offenheit gegenüber einem staatlichen Einstieg. CEO Alary erklärte, KNDS würde eine mögliche Beteiligung der Bundesregierung am Aktionärskreis "selbstverständlich begrüßen". Zugleich stellte er aber klar, dass der Schwerpunkt weiterhin auf der sorgfältigen Vorbereitung des Börsengangs liegt.

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Bundesregierung will gleiche Rechte wie Frankreich

Angesichts des Zeitdrucks hat die Bundesregierung inzwischen wohl eine Entscheidung über den Einstieg bei KNDS getroffen. Demnach will sie sich zunächst zu 40 Prozent an dem Rüstungskonzern beteiligen, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Regierungskreise berichtete. Jedoch beabsichtige sie, diese Beteiligung in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent zu reduzieren.

Nach Möglichkeit solle auch der französische Staat dazu bewegt werden, seinen Anteil von derzeit 50 Prozent an dem Unternehmen zu reduzieren. Jedenfalls solle garantiert werden, dass für die deutsche und die französische Seite die gleichen Rechte etwa bei Standortentscheidungen gelten, selbst wenn der deutsche Staat seine Beteiligung auf 30 Prozent verkleinert.

Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger bleibt KNDS einer der bedeutendsten potenziellen Börsenkandidaten im europäischen Verteidigungssektor. Der geplante Einstieg des Bundes dürfte dem Unternehmen zusätzliche politische Stabilität verleihen und könnte von Teilen des Marktes als Vertrauenssignal gewertet werden.

Gleichzeitig zeigt die Konstruktion mit einer späteren Reduzierung auf 30 Prozent, dass der Staat keine dauerhafte Mehrheitsrolle anstrebt. Für Investoren wird nun entscheidend sein, wann der Börsengang konkret erfolgt, wie die endgültige Aktionärsstruktur aussieht und zu welcher Bewertung KNDS an den Kapitalmarkt geht.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: ScandinavianStock / Shutterstock.com, tap trofsnag / Shutterstock.com

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