Bundesbank hebt deutsche BIP-Prognosen deutlich an


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesbank hat ihre Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft im laufenden und kommenden Jahr angehoben. Wie die Bundesbank im Rahmen ihrer halbjährlichen gesamtwirtschaftlichen Prognose mitteilte, rechnet sie für 2021 mit einem kalenderbereinigten Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,7 Prozent. Im Dezember 2020 hatte sie 3,0 Prozent Wachstum prognostiziert. Für 2022 und 2023 werden nun Wachstumsraten von 5,2 (4,5) und 1,7 (1,8) Prozent erwartet.

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"Die deutsche Wirtschaft überwindet die pandemiebedingte Krise", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. In den Vorausschätzungen werde davon ausgegangen, dass die Corona-Pandemie durch die Impfkampagne rasch und nachhaltig zurückgedrängt und die Schutzmaßnahmen zügig gelockert würden. "Vor allem in den zuvor besonders beeinträchtigten Dienstleistungsbereichen und beim privaten Konsum sorgt dies für starke Aufholeffekte", erläuterte Weidmann.

Zudem legten die Ausfuhren weiter kräftig zu. "Schon in diesem Sommer könnte die Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau erreichen", so der Bundesbankpräsident weiter. Und bereits ab dem kommenden Jahr würden die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten überdurchschnittlich ausgelastet werden.

Die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessenen Preise sollen laut Bundesbank um 2,6 (1,8) Prozent, 1,8 (1,3) Prozent und 1,7 (1,6) Prozent steigen. Die Preisentwicklung ist im laufenden Jahr laut Bundesbank von den wieder höheren Mehrwertsteuersätzen, den neu eingeführten CO2-Emissionszertifikaten sowie stark gestiegenen Preisen für Rohöl und auch für Nahrungsmittel geprägt. "Dabei sind zum Jahresende vorübergehend Inflationsraten um 4 Prozent möglich", sagte Weidmann. Die Sondereffekte liefen aber im kommenden Jahr aus.

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Auch die Prognose für die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel wurde durchgehend angehoben. Hier werden für 2021 und 2022 und 2023 nun Teuerungsraten von 1,6 (1,5), 1,5 (1,3) und 1,7 Prozent erwartet.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

June 11, 2021 02:30 ET (06:30 GMT)

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