Bundesregierung: BIP im Schlussquartal kaum noch gewachsen


Von Petra Sorge

BERLIN (Dow Jones)--Obwohl die deutsche Volkswirtschaft im Zuge des neuen Lockdowns im Schlussquartal 2020 erneut stagnierte, zeigt sich die Industrie weiter robust. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich preisbereinigt nur geringfügig um 0,1 Prozent und ist damit "praktisch nicht mehr gewachsen", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht. Im Gesamtjahr war die Wirtschaftsleistung laut dem Statistischen Bundesamt pandemiebedingt um 5,0 geschrumpft. "Ohne wirkliche Eindämmung der Corona-Pandemie kann es keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung geben", betonten die Experten des Ministeriums.

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Während die Produktion im produzierenden Gewerbe stagnierte, verzeichnete die Industrie erneut einen Zuwachs um 0,9 Prozent. Die Erzeugung im Baugewerbe verringerte sich um 3,2 Prozent, lag damit aber noch immer spürbar über dem Corona-Vorkrisen-Niveau. Im verarbeitenden Gewerbe kam es vierten Quartal zu einem Aufwärtstrend bei den Auftragseingängen um 7,0 Prozent. Im Dezember gingen sie zwar mit 1,9 Prozent etwas zurück, überschritten ihr Niveau vor Ausbruch der Pandemie im vierten Quartal 2019 aber immer noch um fast 5 Prozent. "Dies deutet darauf hin, dass die Industrie - anders als im Frühjahr - von den Maßnahmen auch weiterhin weniger stark betroffen ist", betonten die Ökonomen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Der Einzelhandel war im Dezember empfindlich vom verschärften Lockdown betroffen, das Weihnachtsgeschäft wurde stark beeinträchtigt. Die Umsätze nahmen um 9,6 Prozent gegenüber dem Vormonat ab, nach einem Plus von 1,1 Prozent im November. Die Umsätze ohne Kfz gingen deutlich zurück, allerdings verlief die Entwicklung im Einzelnen recht unterschiedlich. Der stationäre Handel litt unter den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung, während der Internet- und Versandhandel weiter merklich zulegen konnte.

Bis zuletzt präsentierte sich der Arbeitsmarkt trotz Lockdown stabil. Die Erwerbstätigkeit nahm im Dezember um saisonale Effekte bereinigt leicht zu. Im Januar sank die registrierte Arbeitslosigkeit saisonbereinigt merklich um 41.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit auf 2,90 Millionen Personen. Die Anzeigen für Kurzarbeit im Januar und Dezember deuteten indes darauf hin, dass die Zahl der Menschen in Kurzarbeit noch etwas zunehmen könnte.

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Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/apo

(END) Dow Jones Newswires

February 15, 2021 04:29 ET (09:29 GMT)

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