Chemiebranche steckt weiter in der Krise - Produktion wird 2026 wohl sinken


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland sieht sich weiter in der Krise. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Produktion nach Angaben des Branchenverbands VCI rund drei Prozent unter dem Vorjahreswert, der Umsatz sank um ein Prozent auf 106 Milliarden Euro. Zugleich seien die Investitionen das dritte Jahr in Folge rückläufig, wie der Verband mitteilte.

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VCI-Präsident Markus Steilemann sprach von einer enttäuschenden Halbjahresbilanz. "Wir erleben nur eine Atempause, keine Trendwende." Die aktuelle Belebung sei vor allem auf Sondereffekte infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zurückzuführen. Unternehmen hätten ihre Lager aus Sorge vor Lieferengpässen aufgefüllt, zugleich habe der Wettbewerbsdruck aus Asien wegen der Sperrung der Straße von Hormus vorübergehend nachgelassen.

Prognose: Produktion wird auch 2026 zurückgehen

Für das Gesamtjahr rechnet der VCI mit einem Rückgang der Produktion um 1,5 Prozent. Wegen der hohen Unsicherheiten hatte der Verband Mitte März seine Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen, nachdem er zuvor von einer Stagnation ausgegangen war.

Viele Anlagen seien weiter nicht ausgelastet, Exporte schwach und die Erträge wegen hoher Kosten sowie des intensiven internationalen Wettbewerbs unter Druck. 2025 hatte nur eine starke Pharmasparte den Produktionsrückgang der Branche auf 0,5 Prozent begrenzt.

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Investitionen gehen zurück

"Besonders besorgniserregend" sei der Rückgang der Investitionen in Sachanlagen. Sie lägen rund 15 Prozent unter dem Niveau von 2023. Für die Unternehmen zählten hohe Energie- und Produktionskosten sowie weitere negative Rahmenbedingungen in Deutschland zu den größten Investitionshemmnissen.

Der VCI fordert von der Bundesregierung einen konsequenten Reformkurs zur Stärkung des Industriestandorts. Genannt werden wettbewerbsfähigere Unternehmensteuern, niedrigere Arbeitskosten, schnellere Genehmigungen und weniger Bürokratie./ceb/DP/mne/mis

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