Corona bremst Wohnungsbaufinanzierung durch Versicherer
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr weniger Hypothekendarlehen ausgezahlt - Ursache dürfte nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Corona-Krise sein. "Die ausgezahlten Darlehen an Bauherren und Wohnungskäufer gingen 2021 zum Vorjahr um gut 14 Prozent auf rund 8,6 Milliarden Euro zurück", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Corona habe für Verzögerungen der Bautätigkeit und Verunsicherung gesorgt. "Somit wurden bereits zugesagte Darlehen später abgerufen."
Neu zugesagt wurden Darlehen im Volumen von 9,2 Milliarden Euro. Das entspricht laut GDV einem Minus zum Vorjahr von 4,1 Prozent. Gut ein Drittel der neu zugesagten Darlehen sollten in den Wohnungsneubau fließen. Rund 48 Prozent seien Kredite für den Kauf bestehender Wohnungen und für den sonstigen Wohnungsbau wie Umbauten oder Instandsetzungen. 17 Prozent der Darlehenssumme wurden den Angaben zufolge für die Ablösung bestehender Kredite bewilligt.
Die Gesamtsumme der bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten Darlehen nahm laut GDV weiter zu. Das Bestandsvolumen kletterte per Saldo um gut 6 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Insgesamt haben die deutschen Lebensversicherer nach den Angaben gut 72 Milliarden Euro in Hypothekendarlehen angelegt.