Corona-Krise lässt deutschen Privatkonsum und Außenhandel abstürzen


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der coronabedingte Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 ist vor allem vom privaten Konsum und dem Außenhandel ausgelöst worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in zweiter Veröffentlichung mitteilte, lieferte der Privatkonsum einen negativen Beitrag von 5,7 (erstes Quartal: minus 1,3) Prozentpunkten zur saisonbereinigten Quartalsentwicklung des BIP. Die Nettoexporte minderten die Rate um 2,8 (minus 0,8) Punkte und die Ausrüstungsinvestitionen um 1,3 (minus 0,5) Punkte.

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Negative Beiträge kamen mit 0,5 (plus 0,6) Punkten von den Bauinvestitionen, die Sonstigen Anlagen waren mit 0,0 (minus 0,2) Punkten wachstumsneutral. Gestützt würde das BIP dagegen vom Staatskonsum, und zwar um 0,3 (plus 0,1) Punkte und von den Vorratsveränderungen mit 0,3 (0,0) Punkten. Der Beitrag der inländischen Verwendung insgesamt war mit 6,9 (minus 1,3) Punkten negativ.

Destatis revidierte das BIP-Ergebnis der ersten Veröffentlichung. Demnach sank das BIP preis- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 9,7 Prozent. In erster Veröffentlichung war ein Minus von 10,1 Prozent gemeldet worden. Der Rückgang im ersten Quartal wurde mit 2,0 Prozent bestätigt. Auf Jahressicht sank das BIP im zweiten Quartal kalenderbereinigt um 11,3 (vorläufig: minus 11,7) Prozent.

Die privaten Konsumausgaben sanken im zweiten Quartal um 10,9 (minus 2,5) Prozent, während die Konsumausgaben des Staats um 1,5 (plus 0,6) Prozent zulegten. Die Bauinvestitionen verringerten sich um 4,2 (plus 5,1) Prozent, dagegen sanken die Ausrüstungsinvestitionen um 19,6 (minus 7,3) Prozent. Die Exporte gingen um 20,3 (minus 3,3) Prozent und die Importe um 16,0 (minus 1,9) Prozent zurück.

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Im verarbeitenden Gewerbe lag die reale Bruttowertschöpfung um 20,8 (minus 6,3) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals, wogegen die Bauproduktion auf Jahressicht um 1,6 (plus 6,7) Prozent anzog. Die Wertschöpfung im Handel, Verkehr und Gastgewerbe ging um 12,9 (minus 0,4) Prozent zurück und der Ausstoß der Unternehmensdienstleister um 16,0 (minus 2,0) Prozent. Die Produktion der sonstigen Dienstleister sank um 19,9 (minus 2,4) Prozent.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

August 25, 2020 02:31 ET (06:31 GMT)

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