Corona-Krise verursacht größtes Finanzierungsdefizit seit 1990


WIESBADEN (Dow Jones)--Der Öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland hat 2020 ein kassenmäßiges Finanzierungsdefizit von 189,2 Milliarden Euro als Folge der Corona-Krise verzeichnet. Es handelt sich um das erste Defizit seit 2013 und das höchste seit der deutschen Vereinigung, so das Statistische Bundesamt (Destatis). 2019 war noch ein Finanzierungsüberschuss von 45,2 Milliarden Euro erzielt worden.

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Die Angaben beziehen sich auf vorläufige Ergebnisse der Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden, der Sozialversicherung sowie der EU-Anteile im Rahmen der vierteljährlichen Kassenstatistik. Die Ausgaben stiegen 2020 gegenüber 2019 um 12,1 Prozent auf 1.678,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig sanken die Einnahmen um 3,5 Prozent auf 1.489,4 Milliarden Euro.

Die gestiegenen Ausgaben lassen sich hauptsächlich durch die gestiegenen Zuweisungen und Zuschüsse infolge der Corona-Pandemie erklären, so die Statistiker. So gingen vom Bund an die Länder rund 17,8 Milliarden Euro, die als Corona-Hilfen an kleine Unternehmen und Soloselbstständige weitergeleitet werden (davon 14,1 Milliarden Euro Soforthilfen und 3,7 Milliarden Euro Überbrückungshilfen). Rund 13 Milliarden Euro flossen als Zuweisungen an den Gesundheitsfonds, aus dem die Krankenkassen Mittel zur Finanzierung von Leistungen für ihre Versicherten erhalten.

Der Einnahmerückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben. Sie verringerten sich insgesamt um 3,8 Prozent auf 1.308,4 Milliarden Euro. Allein beim Bund sanken die Steuer- und steuerähnlichen Einnahmen um 11,5 Prozent auf 315,8 Milliarden Euro.

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Der Bund glich dieses Einnahmendefizit vor allem durch Schuldenaufnahme aus. Die starken Einnahmenausfälle der Länder sowie Gemeinden und Gemeindeverbände infolge der Corona-Pandemie konnten zum großen Teil durch Zuweisungen vom Bund an die Länder und von den Ländern an die Gemeindeebene ausgeglichen werden, so Destatis.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/smh

(END) Dow Jones Newswires

April 07, 2021 02:22 ET (06:22 GMT)

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