Anleihen und Ölpreise bleiben wichtigste Faktoren: DAX ohne klare Richtung
Gedämpfte Stimmung im DAX zum Wochenauftakt. Starke Erhöhungen beim Ölpreis und Zinssorgen belasten weiterhin, während Anleger gespannt auf US-Konjunkturdaten warten.
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Der DAX begann die neue Handelswoche 0,14 Prozent höher bei 25.443,98 Punkten. Nachdem er im Anschluss zeitweise sichtlich zulegen konnte, fällt er nun an die Nulllinie zurück.
Ölpreise und Renditen bleiben entscheidend
Der Iran-Krieg mit seinem Einfluss auf Ölpreise und Anleiherenditen bleibt auch in der neuen Woche das bestimmende Börsenthema. Das Signal, dass US-Präsident Donald Trump weitere Gespräche mit dem Iran erwartet, hält die Geduld der Anleger am Montag kaum noch aufrecht.
Börsenbeobachter bleiben indes vorsichtig. "Dass Friedenshoffnungen aus dem Nahen Osten trotz zahlreicher Enttäuschungen weiterhin Reflexe auslösen, sollte nicht über schwelende Risiken hinwegtäuschen", warnt etwa Timo Emden, Chef-Marktanalyst beim Onlinebroker CapTrader. "Anleger dies- und jenseits des Atlantiks wollen Taten statt Worte und damit belastbare Fakten."
Die Ölrisiken blieben der wichtigste Unsicherheitsfaktor und hielten die Kauflaune an den Aktienmärkten in Grenzen, hieß es von "Index Radar". Mit aktuell über 107 US-Dollar je Barrel notiere der Brent-Ölpreis "wieder in Schlagdistanz zu den jüngsten Hochs".
Trump erwartet weitere Verhandlungen mit dem Iran
US-Präsident Donald Trump rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Verhandlungen mit dem Iran. "Sie wollen ein Abkommen schließen, aber es ist nicht das Abkommen, das ich schließen möchte", zitierte ihn das Nachrichtenportal "Axios" aus einem Telefongespräch. Es sei das, worauf man sich vielleicht vor einem Jahr geeinigt hätte. Der Iran habe den Bogen überspannt, sagte Trump demnach mit Blick auf den jüngsten Vorschlag des Landes, den der US-Präsident bereits zuvor abgelehnt hatte.
Laut dem US-Nachrichtenportal "Axios", das sich auf zwei verschiedene Quellen beruft, wird bereits zu Wochenbeginn mit einer weiteren Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran gerechnet. Die Stimmung bleibt aber angesichts der verhärteten Fronten zwischen den beiden Kriegsparteien anfällig für schlechte Nachrichten aus Nahost.
Für Trump steige mit Blick auf die Anfang November anstehenden Parlaments-Zwischenwahlen der Druck, falls die Energiepreise dauerhaft hoch blieben. Der Iran wiederum könne diese Ausgangslage für eigene, recht ambitionierte Forderungen nutzen, die aber von den USA wohl kaum erfüllt werden. Entsprechend bleibe offen, ob und wann es zu einer Einigung kommt oder der Konflikt sich möglicherweise erneut verschärft.
Inflation und Fed-Geldpolitik im Fokus
Am Tropf der Ölpreise hängt die Inflationsentwicklung, die wiederum einen maßgeblichen Einfluss auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat. Nachdem die Währungshüter Mitte September erstmals seit über drei Jahren den Leitzins wieder angehoben hatten, um der hohen Teuerung Herr zu werden, erwartet an den Finanzmärkten eine Mehrheit Ende Oktober eine weitere Erhöhung. Neben der Inflation spielt aber auch die Beschäftigungslage eine wichtige Rolle für den geldpolitischen Fed-Kompass.
Da der Konsum trotz erster Erholungssignale bei den Frühindikatoren schwach bleibe, "schwebt zunehmend das Risiko einer Stagflation über den Märkten", befürchtet Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Handelshaus CMC Markets. "Für Aktien ist die Mischung aus hartnäckiger Inflation und schwachem Wachstum besonders unangenehm, weil sie den Notenbanken kaum Spielraum für eine unterstützende Geldpolitik lässt."
Den zuletzt konsolidierenden Aktienmärkten könnte zwar die bald beginnende Berichtssaison neuen Schwung geben. Aber "dann müssen die Unternehmen zeigen, wie gut sie mit hohen Finanzierungskosten, Energiepreisen und einem zurückhaltenden Konsum tatsächlich zurechtkommen", mahnte der Experte.
Unternehmen mit wenigen Höhepunkten
Viele Unternehmensnachrichten dürfte die neue Woche allerdings noch nicht bieten. Am Dienstag will die Baumarkt-Holding HORNBACH ihren vollständigen Bericht für das vergangene Quartal vorlegen - Eckdaten hatte sie bereits vor zweieinhalb Wochen veröffentlicht. Ebenfalls am Dienstag steht beim Autobauer BMW der Beginn einer zweitägigen Kapitalmarktveranstaltung an.
Zur Wochenmitte und am Donnerstag legen aus den USA der Halbleiterkonzern Micron Technology beziehungsweise der Sportwarenriese Nike ihre Quartalszahlen vor - allerdings erst abends nach dem Börsenschluss in New York. Am Freitag endet eine Frist für die genaue Prüfung der Übernahme der MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Online-Handelsriesen JD.com.
US-Arbeitsmarkt und Konjunkturdaten im Blick
Seitens der Konjunktur sollten wegen ihrer Bedeutung für die Geldpolitik vor allem der US-Arbeitsmarktbericht und die Verbraucherpreise aus der Europäischen Union - jeweils am Freitag - bei den Anlegern Aufmerksamkeit finden. Am Mittwoch und Donnerstag steht zudem eine Flut von Einkaufsmanagerdaten aus Asien, den USA und Europa im Fokus, die als wichtige wirtschaftliche Stimmungsindikatoren gelten.
Letzte DAX-Rekorde
Am 28. August hatte der DAX sein letztes Allzeithoch auf Intraday-Basis bei 26.618,74 Punkten erreicht. Am selben Tag erreichte er einen Rekord auf Schlussbasis bei 26.569,99 Zählern.
Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Thomas Zoller, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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