De Guindos schließt EZB-Liquidität für Nicht-Banken nicht völlig aus


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Vizepräsident Luis de Guindos schließt einen Zugang von Nicht-Banken zu Liquidität der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht grundsätzlich aus. Bei der Vorstellung des aktuellen Finanzstabilitätsberichts sagte de Guindos auf eine entsprechende Frage, beim Umgang mit möglichen Liquiditäts-Mismatches oder Leverage und in Bezug auf einen Rückgriff auf Zentralbankliquidität müssten zunächst die Auswirkungen für den gesamten geldpolitischen Rahmen betrachtet werden. "Die makroprudenzielle Politik muss in der ersten Verteidigungslinie stehen", sagte de Guindos.

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Bisher gewährt die EZB nur Banken Zugang zu ihrer Bilanz. Diese Banken unterliegen direkt oder indirekt ihrer Aufsicht und müssen den Aufsichtsbehörden eine Fülle von Informationen liefern. Die Berichtspflichten von Nicht-Banken wie Fonds sind dagegen überschaubar. Diese Akteure werden bei Ereignissen wie dem Corona-Schock im März 2020 Opfer starker Mittelabflüsse, die sie nur durch Verkäufe von Vermögenswerten um jeden Preis ermöglichen können.

Derartige Notverkäufe wiederum können auch die stark regulierten Banken vor Probleme stellen. Die Zentralbanken hatten die Märkte im Frühjahr 2020 nur durch den Ankauf großer Mengen an Anleihen stabilisieren können. Die EZB beschloss in dieser Phase ihr Pandemiekaufprogramm PEPP, das sie allerdings ausschließlich über Banken abwickelt.

De Guindos kündigte an, dass die EZB in nächster Zeit einen Bericht über offene Publikumsfonds veröffentlichen werde.

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Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

(END) Dow Jones Newswires

November 17, 2021 06:54 ET (11:54 GMT)

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