Deutsche Börse-News: Wochenausblick: "Kursgewinne vor der Zahlenflut"


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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die von Donald Trump abgesagte Angriffswelle auf den Iran lässt die Kurse zum Wochenstart steigen. Spannung verspricht die Berichtssaison. Über die Hälfte der DAX-Mitglieder legt diese Woche ihre Quartalszahlen vor.

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3. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der DAX (DE0008469008) beendete die abgelaufene Woche bei 25.629 Punkten mit einem Wochenplus von 2,1 Prozent. Der STOXX Europe 600 stieg um 0,7 Prozent auf gut 649 Punkte. In den USA drehten die Technologiewerte des Nasdaq 100 nach einem zwischenzeitlichen Minus von über drei Prozent ebenfalls noch ins Plus (+0,5 Prozent). Der S&P 500 legte 1,0 Prozent zu. Zum Start der neuen Woche sorgen vor allem neue Hoffnungen auf eine diplomatische Einigung im Iran-Krieg und die dadurch deutlich gesunkenen Ölpreise für Kursaufschläge.

Branchenrotation nach Hedgefonds-Problemen

Die Bewegungen der großen Indizes verdecken allerdings die erheblichen Ausschläge einzelner Aktien. Frank Roth von der Commerzbank verweist auf vermehrt zweistellige Kursreaktionen in beide Richtungen und einen raschen Wechsel der Favoriten. Besonders unter Druck standen in der abgelaufenen Woche zunächst die Halbleiterwerte. Auf der anderen Seite konnten sich vor allem Softwareaktien deutlich erholen.

Zum Wochenschluss drehte sich das Bild und es kam zu einer starken Gegenbewegung der Chipaktien. Robert Rethfeld von "Wellenreiter Invest" führt die enormen Schwankungen auch auf die Auflösung gehebelter Positionen im KI-Sektor zurück. So wurde der kurze Zeit sehr erfolgreiche Hedgefonds des unter dem Spitznamen "Nostradamus der KI" bekannten Leopold Aschenbrenner zu Aktienverkäufen gezwungen, bevor es in der Nacht zum Donnerstag zu einer Rettungsaktion durch einen der größten Hedgefonds der USA kam.

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DAX-Schwergewichte legen Zahlen vor

In der neuen Woche erlebt die Berichtssaison hierzulande ihren Höhepunkt. Frische Zahlen gibt es von 21 DAX-Unternehmen, die zusammen 56 Prozent der Marktkapitalisierung ausmachen. Mit Siemens, Allianz, Deutsche Telekom und Siemens Energy berichten auch mehrere Indexschwergewichte. Insgesamt legen in den kommenden Tagen über 200 Unternehmen aus dem STOXX Europe 600 und dem S&P 500 ihre Ergebnisse vor.

Roth weist darauf hin, dass vor allem in den USA schon leichte Enttäuschungen deutlich negative Reaktionen auslösen könnten. Bislang verlief die Berichtssaison in den USA und Europa allerdings deutlich besser als in Deutschland. Die Gewinne der berichtenden Unternehmen stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal im Durchschnitt um rund ein Drittel beziehungsweise ein Viertel. Auch die Prognosen wurden im Mittel deutlich übertroffen.

Die jüngsten Quartalsberichte der großen US-Technologiekonzerne zeigen zudem, welche Kennzahlen der Markt derzeit honoriert. Microsoft überzeugte mit einem überraschend starken Wachstum seiner Cloud-Sparte und ersten sichtbaren Erträgen aus den hohen KI-Investitionen. Bei Meta Platforms überwogen dagegen die Sorgen über weiter steigende Ausgaben, denen bislang kein vergleichbarer Umsatzbeitrag gegenübersteht.

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Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 3. August

16.00 Uhr. USA: Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Der Konsens erwartet einen Anstieg von 53,3 auf 54,0 Punkte. Die LBBW liegt mit ihrer Prognose von 57,0 Punkten deutlich darüber.

Dienstag, 4. August

14.30 Uhr. USA: Handelsbilanz. Für den Monat Juni wird mit einem Rückgang des Defizits von 77,6 Milliarden auf 73,0 Milliarden Dollar kalkuliert.

Mittwoch, 5. August

16.00 Uhr. USA: Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor. Nach 54,0 Punkten im Juni wird im Konsens mit einem moderaten Anstieg auf 54,3 Punkte gerechnet. Die Analysten der LBBW sind mit einer Prognose von 55,5 Punkten noch zuversichtlicher.

Donnerstag, 6. August

08.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge der Industrie. Nach einem Plus von 1,9 Prozent im Mai erwarten Volkswirte für den Juni im Durchschnitt einen Anstieg um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Hier ist die LBBW deutlich skeptischer und rechnet mit einem Rückgang um 1,0 Prozent.

Freitag, 7. August

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktdaten. Nach 57.000 neuen Stellen im Juni liegt die Konsensschätzung für Juli bei 88.000. Die Prognosen reichen von 65.000 bei der Deutschen Bank bis 140.000 bei der LBBW. Für die Arbeitslosenquote werden unverändert 4,2 Prozent erwartet, für die durchschnittlichen Stundenlöhne ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die US-Notenbank dürfte das nach Ansicht der Commerzbank "kaum vom derzeit wichtigeren Aufmerksamkeitsfokus rund um die erhöhte Inflation ablenken".

Von Thomas Koch, 3. August 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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