Deutsche Importpreise steigen im Juni stärker als erwartet
WIESBADEN (Dow Jones)--Die Importpreise in Deutschland sind im Juni etwas stärker gestiegen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, stieg der Index der Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg von 0,8 Prozent prognostiziert.
Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Importpreisanstieg von 29,9 Prozent registriert. Die befragen Ökonomen hatten eine Steigerung um 29,6 Prozent erwartet. Die Jahresrate hat sich damit den zweiten Monat in Folge auf hohem Niveau leicht abgeschwächt; im Mai hatte die Jahresrate bei 30,6 Prozent gelegen, im April bei 31,7 Prozent.
Energieeinfuhren waren im Juni um 136,0 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Der hohe Anstieg ist weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet. Diese Preise lagen im Juni fast dreimal so hoch wie im Vorjahr (198,9 Prozent).
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juni um 0,3 Prozent niedriger als im Vormonat, aber 15,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Die Importpreise beeinflussen die Erzeuger- und Verbraucherpreise und geben damit Hinweise auf den Inflationsdruck.
Der Index der Ausfuhrpreise lag im Juni um 0,9 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Anstieg um 16,1 Prozent registriert. Die Exportpreise lassen Rückschlüsse auf die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu.