Deutsche Produktion steigt im Juni um 0,4 Prozent
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands ist im Juni moderat gestiegen. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) erhöhte sie sich gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lag kalenderbereinigt aber um 0,5 (Mai: minus 1,7) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem monatlichen Zuwachs von 0,3 Prozent gerechnet. Der ursprünglich für Mai gemeldete Produktionsanstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat wurde auf ein Minus von 0,1 Prozent revidiert.
Die Industrieproduktion im engeren Sinne erhöhte sich im Juni auf Monatssicht um 0,7 Prozent. Eine positive Entwicklung war dabei über alle Hauptgruppen hinweg zu verzeichnen: Die Produktion von Investitionsgütern stieg um 1,0 Prozent, die Produktion von Konsumgütern um 1,1 Prozent und die von Vorleistungsgütern um 0,3 Prozent.
In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Juni um 0,4 Prozent leicht gestiegen, nachdem sie von Februar bis Mai um 5,4 Prozent zurückgegangen war.
"Die Produktion ist nach wie vor durch die hohe Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt", erklärten die Statistiker. "Gestörte Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltender Verwerfungen durch die Corona-Krise führen nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge."
Auch das Bundeswirtschaftsministerium sieht Probleme für den Sektor: "Aufgrund ihrer Exportorientierung ist die deutsche Industrie überproportional von den Handelssanktionen gegen Russland betroffen. Vor dem Hintergrund der verminderten Gaslieferungen aus Russland und der nach wie vor hohen Unsicherheit durch den Krieg bleiben die Aussichten für das zweite Halbjahr gedämpft."
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DJG/apo/smh
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August 05, 2022 02:17 ET (06:17 GMT)