Deutschen Konzernen drohen wegen US-Cloud-Nutzung hohe Strafen
FRANKFURT (Dow Jones)--Deutschen Unternehmen, die mit US-Cloud-Diensten zusammenarbeiten, drohen wegen unzureichenden Datenschutzes nach deutschen und europäischen Standards möglicherweise millionenschwere Strafen, wie das Handelsblatt berichtet.
Laut Handelsblatt haben deutsche Aufsichtsbehörden wie Datenschützer in Hamburg und Baden-Württemberg aufgrund von Beschwerden, dass die Daten in der Cloud nicht ausreichend geschützt seien, entsprechende Verfahren eingeleitet.
"Wir gehen dem nach und beteiligen uns auch an länderübergreifenden Prüfmaßnahmen", zitiert die Zeitung Stefan Brink, Datenschutzbeauftragten von Baden-Württemberg.
Dem Blatt zufolge sind Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro möglich gegen deutsche Unternehmen, die die US-Cloud-Dienste trotz mangelnden Datenschutzes einsetzen.
Die Zusammenarbeit mit US-Cloud-Diensten sei heikel, da die US-Geheimdienste weitgehenden Zugriff auf die bei US-Unternehmen gespeicherten Daten haben. Spätestens seitdem der Europäische Gerichtshof im Juli die Rechtsgrundlagen für den Transfer personenbezogener Daten europäischer Bürger in die USA (Privacy Shield) wegen ungenügenden Datenschutzes kassiert hat, würden viele US-Produkte gegen europäischen Datenschutz verstoßen.
Industrieverbände wie BDI und BGA fordern der Zeitung zufolge, dass die EU-Kommission ein Nachfolgeabkommen zum Privacy Shield mit der neuen US-Regierung aushandelt, um die dringend benötigte Rechtssicherheit wiederherzustellen.
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February 11, 2021 06:27 ET (11:27 GMT)