Deutschland: US-Austritt aus UN-Klimaabkommen 'höchst bedauerlich'
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Bundesregierung hat den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen bedauert und sieht Europa und auch Deutschland damit umso mehr in der Pflicht beim Klimaschutz. Für die internationale Klimapolitik sei es "höchst bedauerlich", dass die Vereinigen Staaten am Mittwoch offiziell ausgeschieden seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. "Um so wichtiger" bleibe es nun, dass die EU und Deutschland "mit gutem Beispiel vorangehen".
Seibert erinnerte an die Zusage Deutschlands, bis 2050 klimaneutral zu werden, also unterm Strich keine Treibhausgase mehr auszustoßen, an den entsprechenden Plan der Europäischen Union und die laufende Debatte über eine Verschärfung des Klimaschutz-Ziels 2030. Viele Länder machten sich gerade auf den Weg in eine klimafreundlichere Wirtschaftsweise, sagte Seibert. Das gelte auch für zahlreiche Bundesstaaten, Städte, Gemeinden, Unternehmen und Organisationen in den USA.
Der Austritt der USA aus dem 2015 ausgehandelten Abkommen trat am Mittwoch um Mitternacht New Yorker Ortszeit in Kraft - vier Jahre, nachdem die historische UN-Vereinbarung zur Begrenzung des Klimawandels formell in Kraft getreten ist, und ein Jahr nach der formellen Austrittserklärung der US-Regierung. Die USA sind das erste und bisher einzige Land, das das Klimaabkommen verlassen hat. Darin hat sich die Weltgemeinschaft darauf verständigt, den Klimawandel auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen./ted/DP/jha