DGB-Chef beklagt längere Arbeitszeiten und geringere Löhne im Osten


BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in den 30 Jahren seit der deutschen Wiedervereinigung eine Erfolgsgeschichte mit Schattenseiten. DGB-Chef Reiner Hoffmann beklagte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch), "dass Menschen in den neuen Bundesländern deutlich längere Arbeitszeiten haben und deutlich geringere Löhne". Das vertrage sich nicht mit der angestrebten Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Deutschland. Das Problem liege unter anderem darin, dass die Tarifbindung im Osten noch niedriger sei als im Westen. Viele Arbeitgeber weigerten sich, einem Arbeitgeberverband beizutreten.

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"Wenn die Arbeitgeber das nicht von sich aus stoppen, dann brauchen wir gesetzlichen Flankenschutz", forderte Hoffmann. Der Gesetzgeber könne zum Beispiel Tarifverträge für allgemein verbindlich erklären. "Auch könnte er vorschreiben, dass nur noch solche Unternehmen bei der öffentlichen Auftragsvergabe zum Zug kommen, die auch Tariflöhne zahlen. Das ist in vielen Bundesländern bereits der Fall, aber leider noch nicht in allen", betonte der DGB-Vorsitzende.

Die Bundesregierung legt an diesem Mittwoch ihren Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit vor./shy/DP/zb

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