DIHK hofft bei Brexit-Gesprächen auf "Schmalspurabkommen"


BERLIN (Dow Jones)--Angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union setzt die deutsche Wirtschaft auf einen dritten Weg, um einen harten Brexit zu vermeiden. "Wir können eigentlich nur hoffen, dass es am Ende doch mindestens noch eine Art Schmalspur-Abkommen gibt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, im Deutschlandfunk. Dieses regele vielleicht nicht so viel, könne aber "eine Art Schnittstelle" dafür bieten, "dass in den kommenden Jahren dann doch noch Verhandlungen stattfinden".

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Er habe den Eindruck, dass Großbritannien sehr hoch pokere. Nach der Verabschiedung des umstrittenen Binnenmarktgesetzes durch das britische Unterhaus hatte die EU-Kommission am Donnerstag erste Schritte für ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Großbritannien eingeleitet. Der dortige Premierminister Boris Johnson will mit dem Gesetz Bestimmungen zu Nordirland im gültigen Brexit-Vertrag aushebeln.

Wansleben betonte, es brauche auch wirtschaftlich gesehen Außengrenzen. "Sonst funktioniert der Binnenmarkt nicht. Da geht es schon richtig ans Eingemachte." Im Falle eines harten Brexits müsse man mit komplizierteren Zollformalitäten und Produktzulassungen rechnen, Autos würden um 20 Prozent teurer. "Spediteure können nicht mehr einfach nach Großbritannien fahren, sondern alles muss gecheckt werden", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Nicht umsonst bauen ja auch die Engländer auf ihrer Seite große Parkplätze." Letztendlich ginge es auch in Deutschland um Aufträge, Umsätze und Arbeitsplätze. Er gehe aber nicht davon aus, dass England ein Dumping-Land werde, so Wansleben.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/jhe

(END) Dow Jones Newswires

October 02, 2020 03:59 ET (07:59 GMT)

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