Druck verstärkt

Hackergruppe FulcrumSec prüft Verkauf von Daten aus Novo-Nordisk-Angriff - So reagiert die Aktie


Hackergruppe FulcrumSec prüft Verkauf von Daten aus Novo-Nordisk-Angriff - So reagiert die Aktie

Zwei Monate unbemerkt im Netz des Ozempic-Konzerns, 1,3 Terabyte erbeutet, 25 Millionen Dollar Lösegeld verweigert. Jetzt prüft eine Hackergruppe den Weiterverkauf sensibler Forschungsdaten.

Werte in diesem Artikel
Aktien

43.02 EUR 0.16 EUR 0.36 %

• FulcrumSec beansprucht Diebstahl von rund 1,3 Terabyte Daten
• Novo Nordisk verweigert Zahlung von 25 Millionen US-Dollar
• Hacker prüfen Verkauf ausgewählter Forschungs- und Unternehmensdaten

Werbung

Die Hackergruppe FulcrumSec hat nach der Ablehnung ihrer Lösegeldforderung durch Novo Nordisk den Privatverkauf von Teilen der erbeuteten Daten angekündigt. Laut einer Reuters-Meldung vom Dienstag war die Gruppe nach eigenen Angaben über zwei Monate in den Netzwerken des dänischen Pharmaunternehmens aktiv und entwendete dabei mehr als ein Terabyte an internen Informationen. Novo Nordisk nahm den Angaben zufolge am 3. Juni Kontakt zur Gruppe auf, rund 48 Stunden nach dem ersten Kontaktversuch von FulcrumSec an ungenannte Unternehmensvertreter. Die Echtheit der veröffentlichten Daten konnte Reuters zunächst nicht unabhängig bestätigen.

Quellcode, Studiendaten, KI-Modelle

Zu den gestohlenen Beständen sollen Quellcode, vertrauliche Informationen zu bereits zugelassenen und noch nicht veröffentlichten Medikamenten, klinische Studienunterlagen sowie Daten zu Mitarbeitern, Ärzten und Patienten gehören. Hinzu kommen Informationen zu Produktionsanlagen und interne Daten zu KI-Modellen. Novo Nordisk hatte den Vorfall am 11. Juni eingeräumt: Unbefugte hätten Zugriff auf eine begrenzte Anzahl interner IT-Systeme erlangt, darunter auf bestimmte personenbezogene Daten. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber Reuters, Novo Nordisk sei sich der Behauptungen bewusst, nehme die Sache ernst und stehe mit den zuständigen Behörden in Kontakt.

Lösegeld verweigert, Privatverkauf angebahnt

Nach der Ablehnung der Zahlung von 25 Millionen US-Dollar prüft FulcrumSec nun den Privatverkauf von Teilen der Daten, insbesondere zu bestimmten Medikamenten und internen Forschungsinformationen. Gegenüber Reuters erklärte ein Vertreter der Gruppe allerdings, man würde einen Verkauf eigentlich lieber vermeiden: Eine öffentliche Veröffentlichung wirke als wirksameres Abschreckungsmittel für künftige Unternehmen. Informationen zu Tausenden Mitarbeitern und Ärzten sowie zu rund 11.500 pseudonymisierten Studienteilnehmern sollen der Gruppe zufolge nicht veröffentlicht werden. Gleiches gilt für Daten zur Steuerung von Produktionsanlagen und zur Maschinensensorik. Die Gruppe bezeichnete diese Entscheidung als Teil ihrer sogenannten Harm-Reduction-Strategie.

Werbung

Gruppe wird als glaubwürdig eingestuft

Thomas Willkan, Forschungsleiter beim Cybersicherheitsunternehmen Lab-1 und enger Beobachter der Gruppe, stufte Fähigkeiten und Behauptungen von FulcrumSec gegenüber Reuters grundsätzlich als glaubwürdig ein. Die Gruppe trat erstmals im Oktober 2025 in Erscheinung. Die genaue Datenmenge von rund 1,3 Terabyte, bestehend aus mehr als 700.000 Dateien, geht auf einen Bericht des Cybersicherheitsblogs DataBreaches.net vom 15. Juni zurück, der sich auf eine Korrespondenz mit FulcrumSec vom Vortag stützt.

Paralleler Vorfall, separate Gruppe

Einen weiteren Aspekt hob Reuters hervor: VX-Underground, eine Malware-Forschungsplattform, hatte am Montag separat über einen unbekannten Angreifer berichtet, der ebenfalls Systeme von Novo Nordisk kompromittiert haben soll. FulcrumSec erklärte in ihrer Mitteilung, der eigene Angriff stehe damit in keinem Zusammenhang.

Die FDA-Entscheidung zur Zulassung von CagriSema zur Gewichtsreduktion wird im vierten Quartal 2026 erwartet. Sollten bis dahin weitere Details zum Datenleck oder behördliche Nachfragen zu den gestohlenen Studiendaten öffentlich werden, dürfte das die Lage der Aktie zusätzlich belasten. Das Papier notiert seit Jahresbeginn rund 14 Prozent im Minus. Der Hackerangriff, über den Novo Nordisk am 11. Juni informiert hatte, hat aber kaum Spuren im Aktienkurs hinterlassen. Am Mittwoch zeigte sich die Novo Nordisk-Aktie letztlich 1,91 Prozent höher bei 285,65 DKK.

Werbung

Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: JHVEPhoto / Shutterstock.com

Aktuelle Novo Nordisk Aktie News

Werbung

Novo Nordisk Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Novo Nordisk nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
30.06.26 Novo Nordisk Hold Jefferies & Company Inc.
29.06.26 Novo Nordisk Neutral JP Morgan Chase & Co.
19.06.26 Novo Nordisk Hold Deutsche Bank AG
17.06.26 Novo Nordisk Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
09.06.26 Novo Nordisk Hold Deutsche Bank AG