Ende des Immobilienbooms in Deutschland bis Ende 2022 erwartet
BERLIN (Dow Jones)--In Deutschland neigt sich der Immobilienboom nach Schätzungen des Immobilienportals Immowelt dem Ende zu. Eine aktuelle Preisschätzung des Portals erwartet bis Ende des Jahres für 10 der 14 Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern stagnierende bis leicht rückläufige Kaufpreise.
Für Frankfurt wird bei den Kaufpreisen mit minus 5 Prozent der stärkste Rückgang erwartet, für Leipzig eine Preiskorrektur von minus 4 Prozent und für Berlin von minus 3 Prozent. Weitere Anstiege sind allerdings für Hannover (+4 Prozent), für Hamburg (+2 Prozent) und für München (+1 Prozent) zu erwarten.
"Die aktuellen Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation und die steigenden Bauzinsen führen dazu, dass der Immobilienboom voraussichtlich noch in diesem Jahr endet", sagte Felix Kusch, Country Managing Director von Immowelt. "Nach der jahrelangen Preisrallye bewegen sich die Kaufpreise in den meisten Städten künftig seitwärts. Mancherorts kommt es auch schon jetzt zu leichten Preiskorrekturen nach unten. Sollten die Bauzinsen noch stärker steigen, sind auch spürbare Rückgänge denkbar."
Das Portal berücksichtigte bei seiner Kaufpreis-Schätzung die langjährige Entwicklung der Immobilienpreise, die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes sowie die Zinsen für Baudarlehen. Für die Werte im Dezember wurde ein Zinssatz für 10-jährige Baudarlehen von 3,5 Prozent und eine Erhöhung des Verbraucherpreisindexes auf 121 Punkte angenommen.
Insgesamt werden die Preiskorrekturen laut Immowelt allerdings nicht bei allen Wohnungssegmenten gleichermaßen stark sein. "Besonders bei älteren, oftmals unsanierten Wohnungen dürfte die Nachfrage aber deutlich zurückgehen. Denn neben den gestiegenen Zinsen erschweren die hohen Sanierungskosten sowie der Handwerkermangel den Kauf zusätzlich", erklärte Immowelt.
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May 24, 2022 05:44 ET (09:44 GMT)