Engpass im Iran: Türkische Industrie leidet unter Stromausfällen


ISTANBUL (dpa-AFX) - Die türkische Industrie leidet angesichts einer eingeschränkten Gasversorgung aus dem Iran unter Stromausfällen. Alleine im westtürkischen Kütahya hätten 96 Fabriken ihre Produktion aufgrund der Engpässe vorübergehend eingestellt oder reduziert, sagte eine Sprecherin des Industrieparks Kütahya, der etwa 17 verschiedene Branchen beherbergt, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Betroffen seien unter anderem Textilunternehmen, Autozulieferer und Glasfabriken. Aus Erdgas wird in der Türkei nach Expertenangaben rund 30 Prozent des Stroms erzeugt.

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Der türkische Netzversorger Teias hatte schon am Freitag angekündigt, dass Unternehmen wegen Problemen mit einer Gasleitung aus dem Iran ihre Stromversorgung drosseln oder einstellen müssten. Der Versorger blieb in seiner Mitteilung aber vage über Ausmaß und Zeitpunkt der Einschränkungen. Nach Angaben des Chefs der deutsch-türkischen Handelskammer in Istanbul, Thilo Pahl, sind auch deutsche Unternehmen betroffen. Gegenüber dem "Handelsblatt" äußerte sich Pahl besorgt und warnte vor erheblichen Auswirkungen auf Unternehmen.

Nach Angaben des iranischen Ölministeriums hatte es am 20. Januar auf iranischer Seite einen technischen Defekt gegeben. Das führte auch zu einem kurzfristigen Stopp der Gaslieferungen in die Türkei. Der Defekt wurde nach Angaben des Ministeriums am nächsten Tag behoben und die Lieferung wieder aufgenommen, allerdings kam es zu Einschränkungen: Von den vertraglich geregelten 30 Millionen Kubikmetern Gas konnte seitdem nur ein Drittel geliefert werden.

Hinzu komme, dass der Gasverbrauch im Iran in den Wintermonaten - besonders im Westen des Landes - extrem hoch sei, so das Ölministerium. Daher komme es immer wieder zu Gasknappheit, die kurzfristig auch den Export beeinträchtigen könne. Das Ministerium sei jedoch zuversichtlich, dass sich die Lage bis Ende Januar normalisiere.

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Der Engpass kommt für die Türkei zu einer schwierigen Zeit. Die Industrie leidet ohnehin unter dem Werteverfall der Lira und der volatilen Währung. Zum Jahresanfang waren die Strompreise für Unternehmen um mehr als 100 Prozent angestiegen. Gas für industrielle Zwecke wurde um 50 Prozent teurer./jam/DP/mis

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