Ernst & Young: Vor 2. Halbjahr keine durchgreifende Erholung am Automarkt
FRANKFURT (Dow Jones)-- Eine durchgreifende Erholung des europäischen Automarkts ist nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) nicht vor der zweiten Jahreshälfte in Sicht. "Die Pandemie bestimmt nach wie vor die Lage auf dem Neuwagenmarkt", konstatierte EY-Partner Peter Fuß. "Die Schließung der Showrooms in vielen Ländern, die erheblichen konjunkturellen Unsicherheiten, steigende Arbeitslosenzahlen - all das belastet den Markt massiv und nachhaltig."
Im Februar sind die Neuzulassungen EU-weit um 19 Prozent zurückgegangen. Zudem gebe es bei Elektroautos derzeit eine Wachstumsdelle, die teils auf den Boom zum Ende des vergangenen Jahres, teils aber auch auf Lieferschwierigkeiten zurückzuführen sei, so Fuß. Er rechne aber damit, dass das Elektro-Segment in den kommenden Monaten wieder deutlich stärker wachsen wird. Dafür würden auch neue Modelle sorgen, die für den Jahresverlauf angekündigt sind.
Kurzfristig rechnet Fuß bei den Absatzzahlen in Europa mit einem volatilen Verlauf auf niedrigem Niveau, zugleich macht er aber einen "enormen" Nachholbedarf aus. Das Vorkrisen-Niveau dürfte seiner Meinung nach aber nicht mehr erreicht werden.
Seriöse Prognosen seien derzeit kaum möglich, so Fuß, denn alles hänge von der weiteren Entwicklung der Pandemie und dem Erfolg der aktuellen Impfkampagnen ab, bei der es auch immer wieder zu Rückschlägen kommen könne, aber "es gibt Grund zu Zuversicht. Sobald die Infektionszahlen tatsächlich wie erhofft sinken und Einschränkungen gelockert oder aufgehoben werden, dürften sich die Konjunktur und damit auch der Neuwagenmarkt kräftig erholen." Allerdings: "Selbst im günstigsten Szenario wird der Neuwagenabsatz nicht das Niveau des Jahres 2019 erreichen."
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March 17, 2021 06:32 ET (10:32 GMT)