Research-Monitor: Immunantwort auf Parkinson
Kehrten vor Jahren viele Pharmakonzerne der Forschung an neurologischen Erkrankungen aufgrund der geringen Trefferquote den Rücken, ist inzwischen wieder etwas Bewegung in das Feld gekommen.
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von Julia Groß, €uro am Sonntag
Ein gutes Beispiel ist Parkinson. Dabei sterben bestimmte Nervenzellen ab, was zu motorischen Symptomen wie Zittern und Muskelsteifheit, aber auch kognitiven Beeinträchtigungen führt. Es gibt bisher keine Therapie, die das Fortschreiten der Krankheit stoppt. Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern.
In der Entwicklung sind unter anderem Gentherapien von Voyager Therapeutics und Axovant. Sie sollen den Dopaminspiegel im Körper erhöhen und so den Ausfall der abgestorbenen Dopamin-produzierenden Nervenzellen kompensieren. Andere Firmen wollen das Problem noch näher an der Wurzel packen und Aggregate des Proteins Alpha-Synuclein aus dem Gehirn entfernen. Diese gelten als eine Ursache für den Tod der Nervenzellen.
Biogen sowie Roche mit dem Partner Prothena arbeiten an voraussichtlich monatlich zu verabreichenden Antikörperinfusionen. Die nicht börsennotierte Wiener Affiris setzt auf eine Art Impfung, die den Körper dazu bringt, selbst Antikörper gegen Alpha-Synuclein herzustellen. Dieser Wirkstoff müsste nur einmal im Jahr gespritzt und könnte womöglich sogar vorbeugend eingesetzt werden.
Den Ergebnissen der soeben publizierten Phase-1-Studie zufolge ist die Therapie gut verträglich und ruft eine deutliche Immunantwort hervor. Die dabei produzierten Antikörper reduzieren den Alpha-Synuclein-Spiegel in der Gehirnrückenmarkflüssigkeit. Die motorischen Fähigkeiten der 24 Probanden blieben über vier Jahre hinweg stabil. Eine deutlich größere Studie muss nun die Wirkung belegen. Für die Finanzierung benötigt Affiris einen Pharmapartner. Gespräche dazu laufen, doch es bleibt ein Hochrisikoprojekt: Ob das Entfernen der Proteinablagerungen die Krankheit wirklich stoppt, ist bisher nicht hundertprozentig bewiesen.
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