Euroraum-Wirtschaftsstimmung trübt sich im Juli weiter ein
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die hohe Inflation, die anhaltenden Lieferengpässe sowie der fortdauernde Ukraine-Krieg lasten im Juli weiter schwer auf der Euroraum-Wirtschaftsstimmung. Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung fiel auf 99,0 Punkte von 103,5 im Vormonat. Damit fiel der Index unter seinen langfristigen Durchschnitt.
Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 102,0 Zähler gerechnet. Der für die gesamte Europäische Union (EU) berechnete Indikator ging auf 97,6 Punkte von 101,8 zurück.
In der EU war der Rückgang des Indikators auf erhebliche Einbußen in der Industrie, im Dienstleistungssektor, im Einzelhandel und beim Verbrauchervertrauen zurückzuführen, während das Vertrauen im Baugewerbe weniger stark abnahm.
In vier der sechs größten EU-Volkswirtschaften - Spanien (minus 5,0), Deutschland (minus 4,9), Italien (minus 3,4) und Polen (minus 3,2) - ging die Wirtschaftsstimmung deutlich zurück, während sie in Frankreich (minus 0,1) und den Niederlanden (plus 0,2) weitgehend stabil blieb.
Die Zuversicht der Industrie in der Eurozone fiel auf plus 3,5 Punkte von plus 7,0 im Vormonat. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf plus 6,0 erwartet. Beim Verbrauchervertrauen für den gemeinsamen Währungsraum wurde ein Rückgang auf minus 27,0 Punkte von minus 23,8 im Vormonat gemeldet. Das entsprach der ersten Veröffentlichung und auch den Prognosen von Volkswirten.
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July 28, 2022 05:00 ET (09:00 GMT)