Eurozone: Haushaltsdefizit steigt deutlich
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Das Defizit der öffentlichen Haushalte im Euroraum ist schon zu Beginn der Corona-Krise deutlich gestiegen. Wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte, betrug das Verhältnis von Haushaltsdefizit zu Wirtschaftsleistung (BIP) im ersten Quartal 2,2 Prozent. Das ist der höchste Fehlbetrag seit dem zweiten Quartal 2015.
Die gesamten Ausgaben stiegen um 2,1 Prozentpunkte auf 49,2 Prozent des BIP, die Einnahmen erhöhten sich um 0,6 Punkte auf 47,0 Prozent. Die Schuldenquote stieg um 2,2 Punkte auf 86,3 Prozent.
Die Einnahmen sanken zwar in absoluten Zahlen. Die Wirtschaftsleistung sank aber noch stärker, so dass die Quote aus Einnahmen und BIP anstieg. Die Ausgaben erhöhten sich dagegen laut Eurostat um 16 Milliarden Euro zum Vorquartal.
Die Haushaltsdefizite in den Euroländern dürften in den Folgequartalen kräftig ansteigen, weil zum einen die Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Pandemie massiv zu Buche schlagen. Zum anderen lastet die Krise auf der Wirtschaft, so dass das BIP, auf die das Defizit bezogen wird, sinkt./bgf/jsl/fba